San Martino

Natürlich war die Freude groß, als das „San Martino“ 2006 von Gault Millau zur „Entdeckung des Jahres im Tessin“ gekürt wurde. Doch jeder, der schon mal den Weg ins kulinarische Kleinod in Porto Ronco gefunden hat, ist davon nicht wirklich überrascht. Adelte die Auszeichnung doch nur das, wofür die zahlreichen Stammgäste von Anfang an hierher kamen: die exzellente Küche, den aufmerksamen Service. Verantwortlich dafür sind Leo Ackermann und Claudio Borsoni, die vor vier Jahren frischen Wind in die historischen Räume an der Via Cantonale 47 gebracht haben.
Der Erfolg stellte sich schnell ein. Und die Tische auf der Terrasse direkt über dem Ufer des Lago Maggiore – gegenüber der Isole di Brissago – und in den hellen, freundlichen Restauranträumen sind inzwischen besonders begehrt. Die mediterranen Kompositionen des Küchenchefs Borsoni beeindrucken immer wieder durch viel Kreativität. Standards (ausgenommen das Dessert „Sopresa dello Chef“ mit fünf verschiedenen süßen Variationen) und traditionelle Tessiner „Musts“ sucht der Gast auf der Speisekarte vergebens. Statt dessen liest man sich auf der Tafel, die das täglich wechselnde Vier-Gang-Menü offeriert, in ein Aromen-Schlaraffenland ein. Da folgen dem „Zucchini-Carpaccio & Tatar von Ramato-Tomaten mit Büffel-Mozzarella“ im Frühling vielleicht „Safran-Ricotta-Ravioli mit gebratenen Egli-Filets“ (natürlich fangfrisch aus dem See) und als Hauptgang „knusprig gebratene Perlhuhnbrust auf Frühlingsgemüse mit frischen Morcheln und neuen Kartoffeln“. Den süßen Abschluss bildet – als Alternative zur Sorpresa – die „Pannacotta mit einer Variation von Erdbeeren“: Dazu genießen die Gäste den anerkannt guten Tessiner Wein und andere internationale Gewächse – meist ebenfalls aus südlichen Gefilden. Dabei können sich die Gäste gerne Leo Ackermann anvertrauen, der seine Kompetenz in führenden Schweizer Häusern poliert hat und mit viel Sachverstand berät. Wer sich von der mediterranen kulinarischen Rundreise hat hinreißen lassen, freut sich darüber, beim nächsten Besuch vielleicht länger zu verweilen. Im Haus stehen nämlich fünf behagliche Zimmer – alle mit Seeblick – zur Verfügung.
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