Aux Crus de Bourgogne

Restaurants mit guter klassischer französischer Küche in Paris zu finden ist nicht so leicht. Um so größerer Beliebtheit erfreuen sich Vorzeigelokale wie das „Aux Crus de Bourgogne“. Geleitet wurde das Restaurant von 1932 bis 1983 von Francis Bouviers Großmutter Pauline, einer gebürtigen Korsin, deren Mann aus dem Burgund stammte. Nach ihrem Tod 1983 übernahm der Enkelsohn das Ruder, der sich auch heute noch dem Charme der damaligen Zeit verpflichtet fühlt. Davon zeugen der Mosaikboden im „Style 1900“, die verspiegelten und vertäfelten Wände, die mit purpurfarbenem Samt bezogenen Bänke sowie zwei separate klimatisierte Salons. Im Sommer wird die Glasfassade zur Terrasse hin geöffnet, auf der sich weitere Tische befinden. Seit 75 Jahren geben sich hier Persönlichkeiten aus Kunst, Literatur und Politik die Klinke in die Hand. Sehr begehrt ist der Stammplatz des Schriftstellers André Malraux, der sich – vom Eingang aus gesehen – links neben dem Tresen befindet. Die Küche hält die Tradition der französischen Kochkunst hoch. Das Rezept für die frische Gänsestopfleber, das Francis von seiner Großmutter geerbt hat, wurde an den Chefkoch Richard Jouanno weitergegeben. Das Erfolgsgeheimnis basiert außerdem auf Gerichten wie dem bretonischen Hummersalat, für den der Hummer jeden Morgen lebend geliefert wird, Rochen mit Kapern, in Folie gebackenen Steinpilzen oder dem traditionellen „Coq au vin“. Nicht zu vergessen natürlich die Weinbergschnecken, die korsischen Wurstplatten, die Rinderfilets mit Morcheln sowie zum krönenden Abschluss die Erdbeer-, Himbeer- und Brombeertartes, die auf der Theke ausgestellt und beim Betreten des Restaurants nicht zu übersehen sind. Schwer zu widerstehen ist auch dem Wein, einem roten oder weißen Burgunder je nach Vorliebe, dessen Preise – wie alles bei Francis – erstaunlich vernünftig sind.
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