Jaume

Einer der schönsten Orte, um Deià zu genießen: die Terrasse des Jaume.
Auch in Mallorcas Bergen hat traditionelle Küche Zukunft: 35 Jahre war das Restaurant „Jaime“ in der C/. Archiduc Lluis Salvador Nr. 13 in Deià ein Synonym für original mallorquinische Küche. Dann gingen Jaime Payeras und seine Frau Maria in den verdienten Ruhestand. Das war aber für die Gäste kein Grund, traurig in die Zukunft zu gucken. Wenige Monate später, im April 2001, machte die junge Generation ein paar Häuser weiter, in der Nummer 24, das „Jaume“ auf. (Jetzt, nachdem der Diktator Franco Geschichte ist, darf es die mallorquinische Form des Namen sein. Unter jenem war Katalanisch bekanntlich verboten.)
Die neue Chefin im Restaurant, Alicia Payeras (31), und ihr Gatte und Küchenchef Biel (37) haben schon zusammen im alten Jaime gearbeitet. Kein Wunder also, dass die Küche ursprünglich mallorquinisch blieb, wie es das Publikum kennt. Trotzdem gibt es neue Akzente. Biel kocht Frito Mallorquin, Tumbet, Sopas Mallorquinas und all die anderen Inselklassiker spürbar leichter. Schön auch, wie offensiv Alicia ihre topfrische Ware den Gästen präsentiert. Sie bringt persönlich den Tagesfang aus dem Hafen von Sóller auf dem Tablett an den Tisch. Die Gäste wählen auch mit den Augen. Es gibt immer aktuelle Empfehlungen, gefüllte Calamares können dabei sein, oder der Trampo (Salat aus Paprika, Tomaten und weißen Zwiebeln) kommt mit soeben gefangenem Kabeljau, der Llampuga, wenn er gerade Saison hat, gebraten mit Chili, und wer wie wir von den Inselklassikern schwer lassen kann: ein besseres, kross gebratenes Spanferkel gibt es auf ganz Mallorca nicht. Auch keine authentischere Szenerie: Man sitzt mit Muße auf einer schmucken Terrasse, hat Deiàs Dorfteil Es Clot vor Augen, idyllisch gelegen wie der ganze Ort, darüber die bewaldeten Höhenzüge – Mallorca, wie es leibt und lebt.
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