Tram Tram

Rom hat nicht mehr viele Straßenbahnen, im ganzen sind es noch acht Linien. Es gibt also durchaus Grund, sie schon mit nostalgischen Augen zu sehen, so, wie das die Frauen im Tram Tram im Szenenviertel San Lorenzo tun. Die Tramway 30 fährt durch die Via dei Reti, und dort wurde ihr auf Nummer 44 schon ein kleines kulinarisclies Denkmal gesetzt. Vorne um die Aperitif-Bar sitzt man auf ausrangierten Straßenbahnsitzen und -bänken, das Weinregal hinter dem Tresen ist aus den Gepäckflächen alter Eisenbahnen geschweißt, der leichte Szenetouch steht der Trattoria gut zu Gesicht. Er paßt auch zu Mamma Rosannas Küche. Signora di Vitorio spielt locker, leicht und gekonnt mit den römischen Klassikern, sehr schmackhaft ihre Lammgerichte, die Abacchia a Scottadito, die Coratella con carciofi (Lamminnereien mit Artischocken), und sie streut dabei gerne Inspirationen aus ihrer apulischen Heimat ein, von den Orecchiette mit Broccoli und Babymuscheln bis zum Püree von Saubohnen und Endivie. Frauenpower tritt so geballt wie charmant auf im Tram Tram: Mutter Rosanna in der Küche, ihre Töchter Fabiola (sie ist die Expertin für den Wein) und Antonella im Restaurant.
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