Es Puput

Wenn Sie schön essen wollen: Ohne Hummer und Jakobsmuschel, Kaviar und Foie gras geht dann gar nichts? Dann sind Sie hier falsch. Kurt Müller hat ein anderes Konzept. Enten- und Perlhuhnbrust, Gambas, Filets vom Lamm oder von der Rotbarbe, ein Seebarsch (frisch natürlich, gart er gern gefüllt im Ganzen im Ofen, muss man aber vorbestellen, Tisch auch, unbedingt), das ist schon das höchste an Luxus. Der Küchenchef vom Es Puput kocht gern mit Produkten, die jede Hausfrau, jeder Hobbykoch selbst auf dem Markt kaufen kann, Wirsing zum Beispiel, Chinakohl, Kaninchenkeulen, und dann zeigt er, wie interessant man so was zubereiten kann, wenn man Phantasie hat, und wenn von der Weltreise die thailändische Küche im Kopf hängengeblieben ist und sich nun lecker in die mediterranen Zubereitungen schleicht. Dann serviert Patronne Gabriele Pape die Brust vom Perlhuhn auf Thai-Curry-Sauce, die rosa gebratene Entenbrust mit Mango-Chutney an mariniertem Chinakohl, die geschmorte Lammhaxe mit Aprikosen-Ingwer-Sauce, Koriander-Couscous und in Butter geschwenktem Wirsing – lecker das alles, und gar nicht so teuer.
Der Tatort? Ein niedliches kleines Restaurant in S’Arraco (liegt an der Straße von Andratx nach Sant Elm, bisschen abgelegen vielleicht, aber gar nicht vom noblen Port Andratx, wenn’s nach Hummer und Foie gras mal was charmant Unaufwändigeres sein darf), hübsch simpel das Ambiente, gerade mal neun Tische, von den Wänden leuchtet möglicherweise der leicht plakative Charme von Alan Taylors Bildern (lebt in S’Arraco, die Ausstellungen wechseln).
Ein Dutzend Gerichte stehen auf der Karte, nicht mehr als doppelt soviel Kreszenzen auf der Weinliste, gute Tröpfchen sind da versammelt, alle bezahlbar; schön so ein 99er Viña Cobranza Crianza aus Valladolid zum Lamm oder zur Kaninchenkeule mit Pflaumen-Ingwer-Sauce. Es gibt wirklich Grund, einmal auszufliegen hierher in den fernen Südwesten; apropos fliegen: Den Puput kennen wir alle aus dem Kinderlied. Gabriele Pape hat ihn live zum ersten Mal in S’Arraco gesehen. Puput heißt Wiedehopf.
Leser Kommentar
Datum: Montag, 17.11.2008
von: Lord Jim
Gesamteindruck: 
Hervorragende Qualität der Speisen,
kreativ und originell zusammengestellte Menues,
gute Weinauswa » Beitrag lesen




















