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Country Style Heft 59 | Frühling 2012

SHOP UNTIL YOU DROP
Auf Einkaufstour im Londoner West End

Londons beliebter und quirliger Stadtteil West End gilt seit Jahren als das Mekka für Fashionvictims aus aller Welt. COUNTRY STYLE war für Sie vor Ort. Begleiten Sie uns auf einem Spaziergang zu einigen der angesagtesten Shopping-Adressen der Themse-Metropole. Der Wechselkurs zwischen Britischem Pfund und Euro steht so günstig wie lange nicht mehr. Es lohnt also!

Text: Gundula Luig-Runge, Fotos: Ydo Sol, Sister

London gilt als das Trendbarometer für Mode, Kunst, Design und Architektur in Europa. Was sich dort durchsetzt, hat Zukunft. Kein Wunder, dass die internationale Mode- und Designerszene hier zu Hause ist. In den berühmten Einkaufsstraßen und -vierteln von Soho, Mayfair, St. James und Covent Garden findet man von den Flagship Stores global operierender Luxuslabels über altehrwürdige britische Marken und junge, hippe Trendboutiquen bis hin zu kreativen und ausgefallenen Newcomern in der Branche alles, was das Modeherz begehrt. Für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Und das mindestens ein Jahr, bevor der Trend nach Deutschland kommt. COUNTRY STYLE hat sich umgesehen im legendären Carnaby-Viertel, in der eindrucksvollen Regent Street, der traditionsreichen Jermyn Street, im neuen St. Martin’s Courtyard und der Gegend rund um Seven Dials mit seinen urigen kleinen Läden.

 
Fotos © Sister

Los geht’s in » Carnaby, dem Geburtsort der Mode- und Kulturrevolution der „Swinging Sixties“. Wie damals ist das Viertel zwischen Oxford Circus and Piccadilly Circus auch heute wieder das Zentrum für Fashion- und Lifestyle-Shopping mit kosmopolitischem Flair. Die zahlreichen unabhängigen kleinen Boutiquen, internationale Modemarken, preisgekrönte Restaurants, Bars und Clubs ziehen junge und jung gebliebene Menschen aus allen Teilen der Erde an. Carnaby gilt als die Talentschmiede für den Nachwuchs der Modeund Designbranche und wer es sich leisten kann, eröffnet dort ein Geschäft. In der weltberühmten Carnaby Street reihen sich die Läden mit „Urban“- und „Street“-Bekleidung aneinander und internationale Brands testen ihre neuesten Shop-Konzepte – Diesel Female and Diesel Male, Boss Orange, Eastpack, Lambretta, Vans, The North Face, um nur einige zu nennen.

Bereits am späten Vormittag ist es im Viertel very busy und ehe wir uns versehen, „saugt“ uns ein Durchgang in den KINGLY COURT, einen zauberhaften, nach oben offenen Innenhof mit 30 individuellen Boutiquen und Shops über drei Etagen. Zu den derzeit angesagtesten Modethemen Londons gehört der Vintage-Look, und auf diesen haben sich Laura Thomas und Emma Cascarina spezialisiert. Genauer gesagt auf Vintage-Brautkleider und Accessoires. Ihre Boutique » FUR COAT NO KNICKERS auf der oberen Etage ist eine Fundgrube für traumhafte Original-Brautkleider der 1930er bis 1960er Jahre. Die beiden Inhaberinnen kommen ursprünglich vom Theater und sind gelernte Kostümbildnerinnen. Sie verkaufen komplette Brautausstattungen – vom Kleid über die passenden Schuhe von Rachel Simpson (die sind allerdings neu), wunderschönen alten Schmuck, Handschuhe, Handtaschen und vieles mehr. Die einzigartigen Traumkleider werden auf Maß angepasst sowie auf Wunsch auch mit Accessoires dem Zeitgeist angeglichen. Bräute finden also alles, was sie für den schönsten Tag im Leben brauchen. Nur um den Bräutigam müssen sie sich selber kümmern!

Stylishes für alle Tage können modebewusste Frauen bei » TRAFFIC PEOPLE WOMAN im Erdgeschoss von Kingly Court entdecken. Flatternde Seiden- und Chiffonstoffe sind charakteristisch für die ausgefallenen, romantischen Kreationen der jungen Marke, der ein Hauch Glamouröses anhaftet. Taschen, Schuhe und Accessoires gibt es passend dazu.

Shoppen macht Durst und Appetit. In den zehn Bars und Restaurants des Kingly Court lässt sich wieder auftanken für die nächste Runde. Ein echtes Highlight darunter ist » WRIGHT BROTHERS OYSTER HOUSE & RAW BAR. Gäste genießen hier Londons größte Auswahl an frischen Austern, Schalen- und Krustentieren sowie Seefischen aus den Gewässern vor den Britischen Inseln. Das Restaurant im Stil eines alten viktorianischen Stadthauses erstreckt sich über drei Ebenen und bietet ein herrliches Ambiente aus mariti- men und Vintage-Elementen. Austern sind der Renner, natur oder mit einem raffinierten Dressing wie etwa das aus Ingwer-, Chili- und Sojasauce. Köstlich auch die ganze Dorset-Krabbe, marinierte Muscheln oder die Fischsuppe. Eine Schiefertafel weist auf die Tagesangebote hin. Gern nimmt das Publikum auch draußen im stimmungsvollen Innenhof Platz und schaut auf das bunte Treiben dort. Bemerkenswert üppig das internationale Weinangebot des Hauses. Da findet jeder den passenden Tropfen – auch ganz ohne Fisch.

Bestens gestärkt machen wir uns auf ins Newburgh Quarter, dem Teil Carnabys mit den meisten eigenständigen Fashion-, Designund Kunst-Boutiquen im Londoner West End. Wir freuen uns auf äußerst extravagante Eindrücke und werden nicht enttäuscht. Bunt, auffällig und ziemlich abgefahren sieht Herrenmode des Trendlabels BLAQUA aus. Florale Muster, Tartans und aufwändige Verarbeitungsdetails bei Hemden, Shirts, Anzügen und Mänteln sind sicher nichts für jedermann. Doch modische Exzentriker kommen garantiert auf ihre Kosten. Dazu gehören auch der Musiker Paul Weller (Ex-Mitglied von Style Council und The Jam) und US-Schauspieler Mickey Rourke. Charakteristisch für das Blaqua-Hemdendesign sind die betonte Schulterpartie, der Doppelknopf am Kragen sowie die schmale Silhouette. Ein echter Hingucker und ein tolles Geschenk: die übergroßen Manschettenknöpfe aus farbigen Swarovski-Klunkern.

Gleich nebenan bei » PYRUS kommen Fashionistas in den Genuss einer Mode, die gleichzeitig durch ihren Stil und ihre Einfachheit besticht. Vor gerade einmal sieben Jahren von Lorraine und Ash Johnson gegründet, hat sich das luxuriöse Label bereits wie ein Lauffeuer verbreitet und Kundinnen in Japan, USA, Spanien, Frankreich und Schweden begeistert. Der erste Pyrus Flagship Concept Store wurde 2010 in Carnaby eröffnet. Im Untergeschoss befindet sich die Basement-Galerie mit ständig wechselnden Ausstellungen junger zeitgenössischer Künstler.

Ein paar Meter weiter, in der Ganton Street, weckt » THE LINGERIE COLLECTIVE bei Frau die Lust für das süße Nichts darunter. Zauberhafte, verführerische und erotische Dessous in Hülle und Fülle – auch in großen Größen. Verkauft werden die aktuellen Saison-Kollektionen eines Zusammenschlusses mehrerer unabhängiger britischer Designer – u. a. die Marken Belle et Bon Bon, Bordelle, Modern Courtisan, Obey my Demand, Dirty Pretty Things und Olivia von Halle. Der erst vor einem halben Jahr eröffnete Shop hat eingeschlagen wie eine Bombe. Wer nicht vorbeischauen kann, bestellt Online.

Und wenn Mann diese amüsierlichen Outfits mit „zartem Inhalt“ für ewig auf Zelluloid bannen möchte, hilft ein Abstecher in den LOMOGRAPHY GALLERY STORE, eine Ikone auf dem Gebiet der analogen Fotografie. Egal ob analoge Kameras und Accessoires dazu oder professionelle Workshops zu diesem Thema, bei Lomography dreht sich alles um die Fotokunst. Nicht nur Profi-Fotografen sind von den Kult-Kameras und deren Bildern angetan. Nur wenige Schritte entfernt widmet sich einer der kultigsten Juweliere weltweit seiner „gruseligen“ Kunst: » THE GREAT FROG. Gründer Paterson Riley, ein gebürtiger Neuseeländer, erfand vor 37 Jahren den Totenkopf-Ring, seitdem cooles Statussymbol für unzählige Rocker, Biker, Musiker und Typen jenseits des Mainstreams. Hergestellt aus purem Sterlingsilber (auf Wunsch natürlich auch aus anderen Edelmetallen), erlangte der Totenkopf Kultstatus, und nicht nur Celebrities wie Johnny Depp, Slash, Nikki Sixx oder Keith Richards tragen das mittlerweile oft kopierte Original mit Stolz. The Great Frog ist ein Muss für alle, die nach originellem Schmuck suchen.

Seit jeher zieht Carnaby Menschen aus aller Welt an, darunter natürlich auch viele Stars. Einige davon eröffneten eigene Fashion- Stores im Viertel wie Ex-Oasis Leadsänger Liam Gallagher seinen Klamottenladen Pretty Green. Nun haben es auch die britischen Promi-Schwestern Lily Allen und Sarah Owen mit ihrer LUCY IN DISGUISE gewagt. Im August 2011 eröffneten sie ihren ersten permanenten Concept Store in der Lexington Street. Der frische Style der Schwestern kommt an, ihre Kollektionen orientieren sich an der Mode des letzten Jahrhunderts. Parallel bieten sie auch die Originale aus den 20er bis 90er Jahren an. Im Untergeschoss der Boutique bietet Hair & Make up Dept seine Dienste an. So kann man seine Haare gleich dem neuen Outfit anpassen. Ein tolles Konzept.

http://www.carnaby.co.uk/

Weitere Tipps und Adressen finden Sie in der März-Ausgabe von COUNTRY-STYLE.

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