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Yachting & Style Heft 21

Copa del Rey 2012
DAS JÄHRLICHE KÖNINGSTREFFEN

Die Copa del Rey Mallorca ist die bedeutendste Segelregatta im Mittelmeer und ein wahres Highlight in jedem passionierten Segel-Kalender. Auch in diesem Jahr haben sich, trotz anhaltender Wirtschaftskrise und schwierigerer Rahmenbedingungen, wieder 119 Boote aus 19 verschiedenen Ländern gemeldet. Es ist die größte Regatta-Flotte im Mittelmeer, die während 6 Tagen in der Bucht von Palma de Mallorca auf den üblichen Up-and-down-Kursen gegeneinander antritt und am dritten Tag mit einem Off-shore-Race entlang der nahen Küste das Programm auflockert. 

TEXT Heike Schwab | FOTOS Jesus Renedo, Nico Martinez/31, Fito carreto, Martinez Studio/31, Copa del Rey Audi Mapfre

Die internationalen Teilnehmer, 1200 Segler aus drei Kontinenten – Europa, Amerika und Asien –, teilten sich in zwei Hauptgruppen, die nach Echtzeit oder kompensierter Zeit gemessen wurden. Kompensierte Zeit bedeutet, die prozentuale Bewertung der real gesegelten Zeit innerhalb einer Kategorie anhand bestimmter Bootsmerkmale wie Länge, Verdrängung etc. In der ersten Gruppe segelten die drei One-Design-Klassen: X-35, J-80 und die Soto-40-Klasse, die in 2012 das erste Mal bei einer Copa del Rey startete. Für die anderen vier der insgesamt sieben Bootsklassen – IRC 0, IRC 1, RI 1 und RI 2 – galt die Wertung nach kompensierter Zeit. Neben Quantität stellt der Real Club Nautico de Palma (RCNP), Ausrichter und Veranstalter der legendären Regatta, aber auch höchste Ansprüche an Qualität.

Die 31.Copa del Rey Audi Mapfre begann zum ersten Mal in der Geschichte der Copa nicht traditionell am ersten Montag im August, sondern wurde um zwei Wochen in den Juli vorverlegt, aus Rücksicht auf die Olympischen Spiele in London. Dieses Novum spiegelt deutlich den sportlichen Schwerpunkt der Regatta wider, denn für die Teilnahme der olympischen Segler nahmen die Organisatoren in Kauf, auf Her Majesty Juan Carlos I. de Borbón y Borbón zu verzichten, der gewöhnlich als Schirmherr der Veranstaltung bei keiner Wettfahrt fehlt. Da jedoch die Ferien der Königsfamilie, inklusive Juan Carlos I., wie die Ferien aller Spanier, erst im August beginnen und die Familie Borbón erst dann mit Kind und Kegel ihren alljährlichen Sommerurlaub auf der beliebten Ferieninsel antreten konnte, fehlte in 2012 die Bribón des Königs, eine TP52, im Feld. Stattdessen vertrat Prinz Felipe von Spanien, der Thronfolger, die königliche Familie am Steuer der TP52 AIFOS in der IRC-1-Klasse.

Und auch an Land gab es ein Novum. Bislang waren die Anlagen und Räumlichkeiten des RCNP einziger Treffpunkt und Ort des Geschehens der Copa del Rey, sowohl für alle Segelaktivitäten als auch für das beliebte gesellschaftliche Rahmenprogramm. Um den Segelsport aber auch den Zuschauern näherzubringen, wurde direkt gegenüber dem Yachtclub im Park Sa Faixina eine spektakuläre sogenannte „Village“ eingerichtet, die mit balearischer Küche der besten lokalen Restaurants, Shopping Area und einem DJ-Programm die Fans locken und unterhalten sollte.

Denn bei der Copa del Rey geht es zwar überwiegend ums Segeln und schnelle Boote, aber sie ist auch bekannt für ihr üppiges und vielseitiges Angebot an Land, bei dem sich Segler, Sponsoren, Medien und Zuschauer treffen und austauschen und die diesen Event so speziell machen.

 

Mallorca hat sich im Juli mit besten Segelbedingungen präsentiert. Unter blauem Himmel und bei Windstärken zwischen 6 bis 20 Knoten konnten die Athleten auf den drei Kursräumen Alpha (J-80, X-35), Bravo und Charlie (Soto 40, IRC 0 u. 1, RI 1 u.2) eine breite Palette ihres Könnens demonstrieren, von geschickten, taktischen Manövern bei leichten Brisen bis hin zum kräfteraubenden Einsatz der ganzen Mannschaft unter schweren Bedingungen gegen Wellen und heftige Böen, die auch einige Spinnaker forderten. Alles war geboten bei dieser fantastischen Show auf dem Wasser und alles wurde den Crews abverlangt.

Nach elf spannenden und engen Rennen in sechs Tagen konnte sich bei den ICR 0, der Mini-Maxi-Klasse, die englische RAN (JV72) von Niklas Zennstrom vor der amerikanischen Shockwave des New Yorkers George Sakellaris und der italienischen STIG, ebenfalls eine JV72, von Alessandro Rombelli durchsetzen. Niklas Zennstrom wiederholte damit seinen Erfolg von 2010. Die monegassische HIGHLAND FLYING XI, mit 82 Fuß (knapp 25 Meter Länge) die größte Yacht der 31. Copa del Rey Audi Mapfre, belegte Platz 6 in dieser Klasse.

 In der IRC-1-Klasse machten die TP52 das Rennen. Das deutschfranzösische Team Audi All4One und die Italiener – Audi Azzurra Sailing Team – lieferten sich bis zuletzt eine atemberaubende Kopf-an-Kopf-Regatta, die erst am letzten Tag im letzten Rennen eine Entscheidung fand. Beide Teams mussten die letzte Wettfahrt gewinnen, um sich die Gesamttrophäe zu sichern. Steuermann Alberto Roemmers lenkte seine neue TP52 mit seinem Audi Azzurra Sailing Team auf die rechte Seite des Kurses und versackte in einem Windloch, dessen Rückstand er nicht mehr aufholen konnte, während Skipper Jochen Schümann, der erfolgreichste Segler Deutschlands, Olympiasieger und mehrfacher America’s Cup Gewinner, mit All4One auf die linke Seite segelte und einen sicheren Vorsprung herausarbeiten konnte, der ihm und dem glücklichen Team nicht nur den Sieg der letzten Wettfahrt bescherte, sondern auch Platz 1 ihrer Klasse auf dem Treppchen der 31. Copa del Rey Audi Mapfre. Platz 3 belegte eine weitere TP52: GLADIATOR des Engländers Tom Wilson. Die AIFOS, auch von Prinz Felipe von Spanien gesteuert, belegte Platz 9 in dieser Kategorie. Die anderen 52-Füßer der IRC 1 sowie die Swan 60 dieser Klasse mussten sich hinter den TP52 einreihen.

In der RI-1-Klasse machten die Swan 45 die ersten drei Plätze unter sich aus. Rang 1: die französische SWANDERFULL von José Manuel Caldeira. Rang 2: das deutsche Team EARLY BIRD mit Skipper und Eigner Hendrik Brandis vom Norddeutschen Regatta Verein aus Hamburg. Rang 3: die spanische RATS ON FIRE von und mit Rafael Carbonell Pujol. Mit 28 Booten an der Startlinie ist diese Klasse die größte bei der diesjährigen Copa, in der Boote zwischen 44 und 50 Fuß starteten.

Zur RI-2-Klasse gehören Segler zwischen 25 und 43 Fuß, die ebenfalls 19 Boote in den Wettbewerb schickten. Die spanische POWER PLATE ließ die italienische VOLMER hinter sich, die wiederum von der spanischen MOVISTAR eingerahmt wurde. Gustavo Martinez Doreste von POWER PLATE ergatterte die Trophäe der Copa, wie Zennstrom, zum wiederholten Mal.

Die OneDesign-Klassen X-35 (Sieger Marguerite – Jsteam) und J80 (Sieger Mapfre) waren die einzigen beiden Klassen, die das volle Programm von 12 Regatten gesegelt sind und den besten Augenschmaus für die Zuschauer boten, denn ihr Kurs Alpha lag ganz dicht zur City und den Stränden von Palma de Mallorca.

Die neue Klasse der Soto 40 startete mit acht Booten und hat durch ihre sportlichen Leistungen überzeugt. Die Soto 40 ist nach einer box rule gebaut und erfreut sich in Europa einer stark wachsenden Beliebtheit. Bei der nächsten Copa del Rey kann daher von einer weit größeren Flotte ausgegangen werden und das wird es für den diesjährigen Sieger ALEGRE schwieriger machen, den Titel zu verteidigen. Die sieben Gewinner der 31. Copa del Rey Audi Mapfre nahmen ihre Trophäen in den feierlich gerichteten Gärten der Ses Voltes von Prinz Felipe von Spanien entgegen und feierten gebührend mit ihren Teams bis in die frühen Morgenstunden. Schon heute freuen sie sich auf die nächste Copa del Rey, um wieder gegen die besten Teams auf den prächtigsten Regatta-Seglern der Welt antreten zu können.

 

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