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Country Style Heft 65 | Herbst 2013

Faszination Gewölbe

Wo einst Fahrräder, verstaubte Gartenutensilien und alte Kisten vom letzten Umzug lagerten, erfreut heute ein uriger Gewölbe-Weinkeller aus antiken, handgeschlagenen Ziegelsteinen den Besitzer. Geschaffen wurde er von Anton Gröll und Alois Huber aus dem bayerischen Waging am See im Chiemgau, zwei der wenigen Gewölbebauer Deutschlands.

Text: Gabriele Isringhausen, Fotos: Anton Gröll, Martin Bäuml

„Historische Bauten, Denkmalschutz und Restauration haben mich seit jeher fasziniert. Ich wollte immer einen Beruf, in dem ich etwas mit meinen Händen schaffen kann. Meine Maurer-Ausbildung konnte ich hier im Ort bei Wilhelm Haberlander machen, ein Meister seines Fachs. Schon während der Lehrzeit war Gewölbebau meine große Leidenschaft“, erzählt Anton Gröll, verschweigt bescheiden, dass er damals zweiter Kammersieger im Maurerhandwerk wurde. An der Meister- und Technikerschule München absolviert der begeisterte Bergsteiger und Snowboarder die Prüfung zum Maurermeister und Hochbautechniker und lernt Alois Huber kennen: „Wir hatten sofort eine Wellenlänge, Alois teilte meine Begeisterung für den Gewölbebau und wir beschlossen, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.“

2001 gründete Anton Gröll sein Unternehmen, Alois ist mit dabei. Gemeinsam wollen sie altes Wissen bewahren und mit zeitgemäßen Techniken verbinden. Ob Kreuz-, Tonnen-, oder Diamantengewölbe, Stutzkuppeln oder Netzgewölbe – an diese jahrhundertealte Bauweise haben die Freunde ihr Herz verloren. „Ein Gewölbe zu bauen, das ist wie ein Mosaik zu legen. Die einzelnen Teile stellen für sich allein nichts dar. Zusammen aber ergeben sie ein wunderbares ästhetisches Ganzes.

Ein Gewölbe hat etwas Heimeliges, Geborgenes, aber auch Geheimnisvolles. Zeitlos in der Bauart, vermittelt es einen Eindruck von Beständigkeit und erzählt durch seine Architektur ein Stück Geschichte“, so beschreiben die leidenschaftlichen Maurermeister ihr Handwerk. War in früheren Zeiten Gewölbe eher in sakralen Gebäuden zu finden, so verschönert es heute nicht nur marode Keller, sondern auch ehemalige Tiefgaragen, heruntergekommene Bahnhöfe und gibt modernen Wohnungen ihr ganz besonderes Flair. „Fast alles ist möglich, jede Raumhöhe, jede Raumgröße“, sagt Anton Gröll.

 Eine besondere Spezialität der Freunde ist der Bau von wohltemperierten Weinkellern aus historischen Baustoffen wie Tuffsteinen, die mit Sumpfkalkmörtel wie vor Hunderten von Jahren vermauert werden. „Nur diese altherkömmlichen Naturbaustoffe garantieren eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit, beides wichtige Voraussetzungen für die fachgerechte Lagerung edler Tropfen“, erklärt Alois Huber. Anhand von Fotos und einem speziellen, dreidimensionalen Zeichenprogramm können sich die Kunden schon vor der Fertigstellung eine Vorstellung von ihrem Weinkeller machen. Aber natürlich stehen nicht nur Weinkeller in den mittlerweile gut gefüllten Auftragsbüchern der Gewölbebauer. Ihre hervorragende Arbeit hat sich herumgesprochen und so kommen die Kunden inzwischen auch aus Italien, Österreich oder aus der Schweiz: Hotels, Häuslebauer und prominente Zeitgenossen, die die Pracht eines Gewölbes zu schätzen wissen. Wen einmal der Weg ins Weihenstephaner am Schliersee führt, der sollte sich unbedingt das Restaurant im Gewölbekeller anschauen: ein Meisterwerk der Waginger Baumeister.

„Von der Idee über die Planung, Umsetzung bis zur Elektrik, Belüftung und Schlüsselübergabe liegt bei uns alles in einer Hand. Das schätzen unsere Kunden. Vor der Haustür liegen die Aufträge aber so gut wie nie. Deshalb sind wir sehr viel unterwegs“, erzählt Anton Gröll, der sich gemeinsam mit seiner charmanten Frau Julia im heimatlichen Waging den Traum von einem Vierseithof erfüllt hat: „Dieser alte, früher auf dem Lande weitverbreitete Baustil war mir schon von vielen Reisen ins europäische Ausland und von Besichtigungen in Bauernhofmuseen bekannt. Es ist eine vollkommene Form der Kombination von Wohnen, Arbeiten und Leben.

2006 haben wir mit dem Bau unseres Scharlinger Hofes begonnen, im Mai 2010 konnten wir einziehen.“ Natürlich zeigt Anton Gröll auf dem Scharlinger Hof die ganze Palette seines handwerklichen Könnens. Fantastische Gewölbe geben jedem Raum eine besondere Ausstrahlung. Aber das schöne Anwesen dient nicht nur als Familien- und Firmensitz. Julia Gröll: „Wir möchten unser Haus mit Leben füllen, bieten Platz für Veranstaltungen, Hochzeiten, Geburtstage, Work Workshops und Firmenevents.“ 

Tag der offenen Tür
Samstag, 12. Oktober 10.00 – 17.00 Uhr

Gröll Gewölbebau
Scharlinger Feld 7
83329 Waging am See
Telefon: 0 86 81 / 47 11 65

http://www.anton-groell.de

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