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Girard-Perregaux Constant Escapement

© 2014 Girard-Perregaux

GIRARD-PERRAGAUX CONSTANT ESCAPEMENT
Eine technische Revolution

Als bahnbrechender technologischer Fortschritt hatte die Constant-Hemmung bei der Einführung von Prototypen, für die eine mehrjährige Forschungsarbeit erforderlich war, unter den Connaisseurs für atemloses Staunen gesorgt. Mittlerweile zählt sie zu den festen Bestandteilen von Uhrwerken, mit denen die neuen Modelle der Haute-Horlogerie-Kollektion der Marke ausgestattet sind.

Auf der Grundlage der vielversprechenden Prototypen aus dem Jahre 2008 ist es nach einer fünfjährigen Forschungs- und Entwicklungszeit gelungen, dieses Konzept in einem neuen, spezifischen Uhrwerk umzusetzen. Die Harmonie und Einheitlichkeit des Ensembles, die einen verblüffenden Durchbruch in der Chronometrie bedeuten, werden die Geschichte der Uhrmacherei nachhaltig prägen. Der Name für dieses neue System bezieht sich auf ein Thema, das als heiliger Gral in der mechanischen Uhrmacherei gilt – und ist gleichzeitig eine Anspielung auf eine der historischen Figuren des Hauses, Constant Girard-Perregaux. Im Mittelpunkt steht das Bestreben, das Uhrwerk mit konstanter Kraft zu versorgen. Um dies zu erreichen, beschreitet die Manufaktur ganz neue Wege. Das Konzept, das dazu präsentiert und anhand eines funktionierenden Mechanismus vorgestellt wurde, war überraschend, vielversprechend und sogar optisch ansprechend. Allerdings ging es nie um „l’art pour l’art“. Vielmehr versuchte man, ein uraltes Thema traditioneller Uhrmacherei – das Bemühen um Präzision und konstante Leistung – überzeugend zu lösen.

Um die Bedeutung dieser Innovation zu verstehen, muss man einige grundlegende Prinzipien berücksichtigen. Das Herz einer mechanischen Uhr ist das oder sogar tausend Mal. Das wichtigste ist dabei, diesen Rhythmus selbst über längere Zeit stetig beizubehalten.

Für dieses Problem gab es verschiedenste Lösungen und Systeme, bis sich schließlich die bekannte Schweizer Ankerhemmung bei Armbanduhren als Standard durchsetzte. Leider besitzt dieses System eine Schwachstelle: Es kann nur die Energie weitergeben, die vom Federhaus kommt – und diese nimmt mit der Zeit ab. Die Energie, welche die Präzision der Zeitanzeige beeinflusst, ist am Anfang zu hoch und am Ende zu gering. Eine Kurve – Herausforderung und Fluch für den Uhrmacher – illustriert dieses Phänomen: die Amplitudenkurve. Dies zeigt auch die Winkelverschiebung einer Sprungfeder oder eines Pendels, die am Ende der Laufzeit geringer wird.

Das Prinzip einer Hemmung mit konstanter Kraft ist, dass unabhängig von der Energie, die vom Federhaus kommt, die Hemmung dem Regulierorgan (Unruh) gleichmäßig Energie zuführt. Um dies zu erreichen, musste eine brillante Idee realisiert werden – das Zwischenschalten eines zusätzlichen Elements in die Hemmung, bestehend aus einer extrem dünnen, streifenförmigen Komponente.

Bei dem System von Girard-Perregaux ist der dünne Streifen, der aus Silizium besteht, nur so fein wie das Sechste eines Haares. Dennoch hat er die Funktion eines Mini-Energiespeichers. Der Streifen wird zu einem Punkt gebogen, der sich möglichst nah an dem instabilen Zustand des Werkstücks befindet. Dazu muss man nur eine verschwindend kleine Menge an Energie aufbringen – was durch einen Mikro-Impuls des Unruhreifens geschieht. Das ist weniger als bei einer Ankerhemmung. Dann springt der Streifen quasi von einem Zustand in den anderen und treibt dabei den Unruhreif an. Damit kompensiert man die Veränderung der vom Federhaus abfließenden Energie.

Andere Systeme geben eine konstante Kraft über eine gewisse Zeit. Im Gegensatz dazu handelt es sich hier um eine tatsächlich konstante Kraft, da sie sofort und kontinuierlich zugeführt wird. Ein Effekt, der unter Testbedingungen im Labor messbar ist. Bei der Architektur des Systems entschied man sich für eine symmetrische Doppelkonstruktion. Dies erfolgte nicht aus ästhetischen Gründen, sondern um die Kräfte in der Mitte des Unruhreifens auszubalancieren. Damit vermeidet man an diesem Punkt eine zu starke Beanspruchung und gewährleistet eine freie Bewegung. Entscheidend war die Partnerschaft mit dem Swiss Electronics and Microengineering Centre (CSEM) in Neuchâtel im Schweizer Jura.

Experten aus der Uhrmacherei und der Physik führten gemeinsam komplexe Berechnungen aus, um die Eigenschaften des Streifens sowie die verschiedenen Faktoren zu bestimmen, die seine Biegung beeinflussen. Schließlich entschied man sich, die Haltevorrichtung des Streifens aus einem Stück zu fertigen. Er wird quasi schwebend gehalten, so dass hier keine Reibung entsteht – abgesehen von dem Moment, in dem der Impuls weitergegeben wird und der Streifen sich bewegt.

Die Energie des Streifens wird direkt zurück auf die Unruh übertragen. Da es sich bei dem Streifen um das zentrale Element des Constant Escapement handelt, gibt seine Bewegung die Wahl der Frequenz vor: Diese liegt bei 3 Hertz, also bei 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Das muss nicht so bleiben: Bei Experimenten wurden auch andere Frequenzen getestet. In jedem Fall liegt die Herausforderung hier nicht im Bereich der Hochfrequenz.

Die beiden Ankerräder ähneln in keiner Weise denen, die man in einer Ankerhemmung findet. Um die Frequenz von 3 Hertz zu erreichen, haben sie drei Zähne. Bei 4 Hertz würden sie entsprechend vier Zähne benötigen. Das Uhrwerk wurde für eine Gangreserve von mehreren Tagen konstruiert – mit einer linearen Gangreserveanzeige auf dem Zifferblatt, welche die Effektivität der neuen Hemmung bei langen Laufzeiten zeigt. Das Uhrwerk bezieht seine Energie aus zwei parallel geschalteten Federhäusern in einem neuen, patentierten Aufbau: Der Deckel und das Sperrrad bestehen jeweils aus einem einzigen Teil, um die mögliche Stärke zu maximieren. Jede Federtrommel enthält zwei in Serie geschaltete Federn. Dafür wurden zwei Patente eingereicht: Eines selbstverständlich für den Streifen, was schon 2008 geschah, das andere für die Integration von begrenzenden Haltepunkten in dem flexiblen System.

Während sich Silizium bei der Auswahl des Materials für Entwicklung und Fertigung des Streifens als optimal herausstellte, kommen für die Ankerräder auch andere Materialien in Frage. Weitere Teile des Werks bestehen aus Messing und sind schwarz PVD-beschichtet, was für einen modernen Look sorgt. Die Ästhetik des Uhrwerks ist technisch und dreidimensional, zeigt sich aber auch traditionell und verweist sogar auf Typisches von Girard-Perregaux, wie die bekannten Uhrwerke mit drei Brücken. Davon ist die modern gestaltete Zifferblattseite inspiriert, während auf der Rückseite zwei pfeilförmige Brücken zu sehen sind. Ein weiteres beeindruckendes Detail: Bereits bei der Konstruktion des revolutionären Uhrwerks berücksichtigte man den After-Sales-Service: Die gesamte Hemmung ist wie ein Modul ausbaubar und kann von einem spezialisierten Uhrmacher bearbeitet werden.

Das einzigartige Uhrwerk mit seiner originellen und innovativen Hemmung sollte von einem Gehäuse in Szene gesetzt werden, das die Leistungen der Technik würdigt, ohne sie zu aufdringlich in den Vordergrund zu stellen.

Daher besitzt die erste mit diesem System ausgestattete Uhr, die beim Launch der Haute Horlogerie Constant Escapement Collection gezeigt wird, ein betont technisches und zeitgenössisches Design. Gleichzeitig nimmt das Modell Bezug auf die typische Designsprache von Girard-Perregaux und die kreative Tradition des Hauses. Das Uhrwerk findet Platz in einem runden, sanft gewölbten Weißgold-Gehäuse mit 48 Millimetern Durchmesser.

Das Handaufzugkaliber ist nur 8 Millimeter hoch; das Gehäuse misst 14,63 Millimeter in der Höhe und hat auf der Rückseite ein großes Saphirglasfenster, gehalten von sechs Schrauben. Dies ermöglicht einen beeindruckenden Blick auf die dreidimensionale Konstruktion des einzigartigen Uhrwerks.

Die neue Uhr wird ohne Limitierung in der Haute Horlogerie Collection von Girard-Perregaux angeboten, ausgestattet mit einem handgenähten Alligator- Lederband mit Faltschließe.

Weitere Informationen: Connaisseurs GmbH
Telefon: 00 49 - 72 21 - 3 98 90 20 
E-mail: info@connaisseursbaden-baden.de

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