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Country Style Heft 68 | Sommer 2014

Architektonische Wundertüte

Von außen präsentiert sich das denkmalgeschützte Stadthaus im beliebten Kölner Wohnviertel Müngersdorf eher zurückhaltend. Innen überrascht es Besucher mit einer lichtdurchfluteten Großzügigkeit, authentischen Elementen aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende und zauberhaft inszenierten Wohnwelten.

TEXT: Sabine Herder | FOTOS: Klaus Lorke

Im Stadtteil Alt-Müngersdorf zeigt sich Köln von seiner dörflichsten Seite. Zum einen wegen der Lage im Äußeren Kölner Grüngürtel. Zum anderen wegen der beschaulichen Atmosphäre rund um die Basilika St. Vitalis, wo man alles findet, was man zum Kölner Dolce Vita braucht. Da wundert es kaum, dass dieser Stadtteil zu den bevorzugten Wohnvierteln der Rheinmetropole gehört und Immobilien entsprechend heißbegehrt sind. Auch die Familie Schmitt hatte sich den Stadtteil zum Wunschwohnort erkoren. Doch nach vielen enttäuschenden Besichtigungen hatte sie die Hoffnung auf ein neues Zuhause in Alt-Müngersdorf schon fast aufgegeben.

Dementsprechend gering war ihre Erwartung an den Besichtigungstermin einer denkmalgeschützten Villa im historischen Zentrum – zumal die Backsteinfassade aus dem Jahre 1903 auf den ersten Blick nicht besonders viel hermachte. Doch schon nach wenigen Minuten waren die Schmitts dem überraschend lichtdurchfluteten Charme des Hauses erlegen. Glücklicherweise war das Haus seit seiner Erbauung über ein Jahrhundert hinweg in Familienbesitz geblieben und hatte, allen Zeitgeschmäckern zum Trotz, das authentische Flair der vorletzten Jahrhundertwende bewahrt. Das historische Treppenhaus war genauso original wie die Hohlkehldecken der hohen Räume, die Fliesen im Wintergarten und im Treppenhaus.

Ganz besonders angetan war der zukünftige Hausherr von dem nostalgischen Wintergarten und dem über 800 Quadratmeter großen Garten. Diese grüne Oase mitten in der Stadt war für die Familie das berühmte Zünglein an der Waage und schon während der Besichtigung stand fest: Ja, das wird unser neues Zuhause. Und das, obwohl klar war, dass das Haus vom Keller bis zum Dach restauriert und umgebaut werden musste und wahrscheinlich noch viel Wasser den Rhein herunterfließen würde, bevor man es als neues Zuhause beziehen könnte. Dass die Renovierungsarbeiten dann sage und schreibe nur elf Wochen gedauert haben, verdanken die neuen Besitzer Martina vom Hofe.

Nichts sollte makellos, aber alles lebendig sein.
Martina vom Hofe

 Die renommierte Interior Designerin war von dem Müngersdorfer Stadthaus auf Anhieb begeistert. „Das Haus ist so etwas wie eine architektonische Wundertüte. Von außen: dezent und understated. Innen: überraschend hell und sehr großzügig. Mit seinen hohen Decken, den großflächigen Fenstern und den vielen authentischen Details aus der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts bot es ein ganzes Füllhorn an Möglichkeiten.“ Beim Blick auf die Fotos, die der Hausherr bei der ersten gemeinsamen Besichtigung mit Martina vom Hofe gemacht hat, ist diese Begeisterung nicht unbedingt nachzuvollziehen. Doch auf der Basis ihrer über 20-jährigen Erfahrung im Einrichtungsgeschäft und ihrem Feingefühl für die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden hat Martina vom Hofe das in die Jahre gekommene Haus in ein behaglich-glamouröses Zuhause verwandelt, in dem sich Familie Schmitt von der ersten Minute an rundum wohl gefühlt hat.

„Ich bin leidenschaftliche Interior Designerin und erkenne Potenzial, das andere vielleicht übersehen. Statt mit großer Geste avantgardistische Bauten in die Landschaft zu setzen, kreiere ich Häuser, die so aussehen, als hätten sie schon immer so dagestanden; mal eher typisch belgisch, mal im Stil eines englischen Herrenhauses.“ Dabei erwächst der von Martina vom Hofe geschaffene Glamour nicht aus übertriebenen Showeffekten oder Stilbrüchen, sondern aus dem harmonischen Spiel mit Farben, Formen, Proportionen und den Gegebenheiten vor Ort.

Obwohl die Wohnwelten bis ins kleinste Detail durchdacht wurden, wirkt nichts inszeniert oder künstlich, sondern ist alles authentisch und wohnlich. Auch die Funktionalität und der Blick für die Details kommen bei den Konzepten der Interior Designerin niemals zu kurz. Bestes Beispiel dafür ist die individuelle Küchenplanung, die von erfahrenen Tischlern millimetergenau umgesetzt wurde.

 

So ist der Gutshofcharakter der Wohnküche geprägt von aufwändig gearbeiteten Holzarbeiten, historischen Fliesen und dem prunkvollen Molteni-Herd. Auf modernste Küchentechnik wurde aber keineswegs verzichtet. Die Geräte sind jedoch so integriert, dass sie den traditionellen Gesamteindruck nicht stören. Funktionale Details, die das Alltagsleben leichter machen, findet man auf allen drei Etagen. So versteckt sich hinter der kaum sichtbaren Klappe direkt neben der Haustür ein Schienensystem, mit dessen Hilfe die Mülltonnen ganz bequem in den Keller bugsiert werden können. Im Salon-Bad im ersten Obergeschoss entsprechen die Armaturen trotz Retro-Designs neuesten technischen Standards.

Im zweiten Obergeschoss, in dem die erwachsenen Töchter wohnen, verbirgt die Schrankwand im Flur eine kleine Pantryküche und der original Empire-Kamin in der Orangerie verbreitet per Knopfdruck Kuschelstimmung. „Bei jedem meiner Projekte arbeite ich so akribisch, als wenn ich selber bis an mein Lebensende darin wohnen bleiben möchte. Da kann ich einfach nicht aus meiner Haut“, gesteht Martina vom Hofe beim Kaffee im Garten, der trotz Rückschnitt- und Aufräumarbeiten seinen verwunschenen Charme bewahrt hat.

Den besonderen Charme der grünen Oase mitten in der Stadt unterstreichen ein historischer Brunnen und zwei antike, 2,50 Meter hohe französische Amphoren. „Dank Frau vom Hofe konnten wir hier unsere Träume von einer Wohlfühlinsel in Müngersdorf verwirklichen. Ihre Entwürfe entsprachen von Anfang an unseren Vorstellungen. Und dass die aufwändigen Umbauarbeiten – schließlich wurde das ganze Haus grundsaniert, alle Leitungen wurden neu verlegt, Wände mussten versetzt werden und sämtliche Fenster wurden im Stil des Baujahres maßgefertigt – in so kurzer Zeit realisiert werden konnten, haben wir allein ihrer perfekten Organisation und ihrer engagierten Bauleitung zu verdanken“, erzählt der Hausherr, während er uns in die Geheimnisse seines Molteni-Herds einweiht, mit dem er sich vor ein paar Jahren einen langgehegten Wunsch erfüllt und der jetzt endlich eine passende Bühne bekommen hat.

Martina vom Hofe
Interior Design
Fasanenstraße 23 a, D-53179 Bonn
Telefon: 0171 / 3 08 93 33
Internet: www.design-interior.de

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