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Country Style Heft 69 | Herbst 2014

SCHMUCK IST UNSER LEBEN

Sie sind Dänemarks Avantgarde-Schmuckdesigner mit weltweiter Reputation: Gerda und Nikolai Monies. Seit über vier Jahrzehnten lebt und arbeitet das Paar zusammen, erschafft es in seinem Kopenhagener Atelier ebenso einzigartige wie extraordinäre Schmuckkreationen für eine mittlerweile internationale Fangemeinde.

Text: Gundula Luig-Runge, Fotos: Stephan Paul Stuemer

Ihre Schmuckkreationen werden auf den Catwalks von London, Paris und New York zur Schau getragen und zieren die Cover-Models internationaler Modemagazine. Gerda und Nikolai Monies’ Schmuck ist alles andere als dezent. Er will auffallen, bewundernde Blicke auf sich ziehen, seine Trägerin spektakulär in Szene setzen. Allein schon das Material ist ein Hingucker – weil so außergewöhnlich: fossile Mammutknochen, Ebenholz, Steine, verschiedenste Samen, Horn, Bein, Elfenbein, Korallen, Muscheln, in Kombination mit Großperlen, Farbedelsteinen, Bernstein, Leder, Seide, Gold und Silber. Naturmaterialien von archaischer Schönheit, unkonventionell und überraschend arrangiert. Und alles im XXL-Format.

 

Seit Jahren gehört das dänische Designerpaar zu einer kleinen Gruppe international beachteter Avantgarde-Schmuckkünstler. „Wir sind überglücklich, in der durch starken Wettbewerb geprägten Schmuck- und Kunstwelt eine Nische gefunden zu haben“, freut sich Gerda Monies, deren Atelier nur einen Katzensprung von Kopenhagens berühmter kleiner Meerjungfrau entfernt am alten Freihandelshafen liegt. In einem denkmalgeschützten ehemaligen Zollamt, auf dessen begehbarem Dach eine Bronzestatue von Frederik IX., König von Dänemark bis 1972, anzuschauen ist, befinden sich Werkstatt, Showroom und Versand.

 

Hier ist die Kreativschmiede, in der vor allem Gerda Monies über Grenzen geht, wenn sie mit Materialien spielt und diese immer wieder neu zu unnachahmlichen skulpturalen Objekten verbindet. Der Tenor liegt eindeutig auf spielen, denn die Künstlerin fertigt im Vorfeld nicht etwa eine Zeichnung an, wie allgemein üblich. Sie arrangiert die Kernelemente jedes neuen Entwurfes auf einem neutralen Untergrund, schiebt sie hin und her, ordnet sie um, nimmt etwas weg, fügt ein neues Element hinzu. „So ein Prozess kann bis zu einer Woche dauern, so lange bleiben die Grundelemente liegen – für alle hier im Atelier gut sichtbar. Jeder unserer Mitarbeiter, mein Mann und ich lassen das Arrangement auf sich wirken. Jeder darf seine persönlichen Empfindungen dazu äußern und erst dann wird entschieden, wie das Schmuckstück letztendlich aussieht“, verrät Gerda Monies ihre Arbeitsweise.

 

Im Atelier der gelernten Goldschmiedin, die ihre Ausbildung im süddeutschen Schwäbisch-Gmünd absolvierte, stapeln sich vom Boden bis zur Decke transparente Aufbewahrungsboxen mit den edlen Rohmaterialien, die sie für ihre einzigartigen Preziosen braucht. „Das sind meine Schätze. Ich brauche das gute Gefühl, von all dem Schönen umgeben zu sein. Das gibt mir Kraft, bringt mich auf Ideen und macht Lust zum Arbeiten“, sagt die Designerin.

Es ist so toll,
dass wir ein Leben mit all unserer Kreativität führen
können, das uns dazu noch gut ernährt.
Gerda Monies

Ihre Liebe zu einzelnen Materialien wechselte während der Jahre mehrfach. Gerda Monies begründet das mit unterschiedlichen Schaffensperioden, in denen sie mal Perlen, mal Knochen, mal Edelsteine oder Pflanzensamen bevorzugt. Doch eines steht dabei außer Frage: Die jeweils aktuelle Kollektion ist natürlich immer die beste. Anders ginge es auch gar nicht, betont sie lächelnd.

 

Seit über vierzig Jahren sind die Monies’ ein Paar, sie sind seit 1982 verheiratet und Eltern zweier erwachsener Söhne. Kennengelernt haben sie sich während ihrer Goldschmiedausbildung. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, gesteht Nikolai. „Seitdem gehen wir unseren Weg gemeinsam. Begonnen haben wir mit Auftragsarbeiten für bekannte Unternehmen wie Lego oder Michelsen. Später haben wir unser eigenes Label gegründet: Gerda Lyngaards pour Monies Copenhagen. Mitte der 1980er Jahre haben wir uns dann nur noch Monies genannt, alles andere war für den globalen Markt zu kompliziert.“ Um an die ausgefallenen Rohmaterialien für ihren skulpturalen Schmuck zu gelangen, der sich nicht selten an ethnischen Vorbildern orientiert, nimmt sich das Paar bis zu vier Monate im Jahr Zeit, um zu reisen.

Im Laufe der Jahre hat es ein weltweites Netzwerk gespannt, haben sich zahlreiche wertvolle, nicht alltägliche Kontakte ergeben. Oft zu sehr spirituellen Menschen, von denen sie ihr ungewöhnliches Material beziehen. Da sei viel Glaube und Vertrauen im Spiel und jede Menge Geduld, bemerkt Nikolai Monies. Mittlerweile hat das kreative Dreamteam, das sich so perfekt ergänzt, ein florierendes Unternehmen mit acht Mitarbeitern im Stammhaus in Kopenhagen aufgebaut. Von dort wird alles gemanagt und gesteuert.

 

Pro Jahr entstehen im Atelier zwei Kollektionen: die „Unikate“, von denen die Künstlerin und ihr Mann mehr als 300 Objekte entwerfen, die dann in aufwändiger Handarbeit in der hauseigenen Werkstatt gefertigt werden. Die zweite Linie, „Monies“, ist etwas kommerzieller. Sie wird im Atelier entworfen und anschließend in Asien produziert. Diese Kollektion umfasst jährlich etwa 120 neue Modelle und wird in einer höheren Auflage hergestellt. Zu erwerben sind diese besonderen Preziosen in den acht eigenen Markenboutiquen in Paris, Rom, Zürich, Mailand, Istanbul, Brescia, Lille und Kopenhagen sowie im exklusiven Einzelhandel.

„Gern würden wir auch in Deutschland einen Monies-Markenshop eröffnen. Doch manchmal fehlt einfach die Zeit, sich um alles selbst zu kümmern – wir arbeiten daran“, sagt der Designer, der seinen internationalen Kunden einen lebenslangen Service für den Monies-Schmuck garantiert, beinahe entschuldigend. Die Nachfrage für den oft, im wahrsten Sinne des Wortes, gewichtigen Objektschmuck ist jedenfalls groß. Manche Liebhaber und Fans sammeln ihn wie Kunst, erfreuen sich täglich an seinem Anblick und der geradezu magischen Ästhetik. Das ist nur zu verständlich!

Monies
Handelsvertretung Deutschland / Österreich
Gabriella Schnitzler Handelsagentur
Adalbert-Stifter-Straße 49, D-81925 München
Telefon: 0 89 / 20 08 56 06
gs@gabriellaschnitzler.de

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