Wir verwenden Cookies auf dieser Seite, die die Bereitstellung unserer Dienste erleichtern. Wie Sie einer Verwendung von Cookies widersprechen können erfahren Sie hier.
 

HIGH LIFE Heft 39


© FOTO Goodwood Festival of Speed

BEZIN LIEGT IN DER LUFT
Best of Goodwood Festival of Speed 2015

Unser Autor Christian Sauer besuchte das Anwesen von Lord March und die wahnwitzigste PS-Party des Jahres, wo nicht nur Gentlemen-Driver Gas gaben. Eigentlich heißt der 60-jährige Adlige Charles Gordon-Lennox, Earl of March & Kinrara und wenn er alljährlich im Sommer die Tore zu seinem herrschaftlichen Park in West Sussex öffnet, ist es vorbei mit der Ruhe in der ländlichen Bilderbuchidylle.

TEXT Anja Sauer, Christian Sauer | FOTOS Goodwood Festival of Speed

 

Weit über hunderttausend Besucher aus der ganzen Welt strömen für ein langes Wochenende nach Goodwood, knapp zwei Fahrstunden südlich von London auf halbem Weg zwischen Southampton und Brighton. Hier, wo auf saftigen grünen Wiesen neben dem Firmensitz von Rolls-Royce ansonsten Rinder und Schafe friedlich grasen, hallt uns bereits aus der Ferne der nicht zu überhörende Klang von Rennmotoren entgegen. Doch das scheint hier niemanden zu stören, schließlich führt der motorsportbegeisterte Lord damit die Tradition seiner Vorfahren fort. Bereits sein Großvater, der 9. Duke of Richmond, veranstaltete 1936 ein privates Bergrennen entlang des stattlichen Goodwood House.

Nur Strohballen schützen
 Auf der 1,86 Kilometer langen und teils sehr schmalen Strecke gilt es, neun Kurven und holprigen Asphalt zu meistern – ein Abenteuer, das wir an der Seite erfahrender Piloten in der Corvette Stingray und im Ferrari California T selbst erleben konnten. Fahrfehler enden fast immer in einem der Strohballen, die vor Schlimmerem schützen sollen. Die meisten Rennfahrer kommen mit dem Schrecken davon und genießen zusammen mit den Fans die einmalige Atmosphäre. Wo sonst sind derartig viele und unterschiedliche Vehikel zusammen zu bewundern?!

Vom Motorrad bis zum Renntruck, aus der Vergangenheit des frühen 20. Jahrhunderts über die Gegenwart bis zur nahen Zukunft wurde alles aufgefahren, was es den Hügel hinauf zum Ziel schaffen konnte. Dort wurde zwar die Zeit gestoppt, aber die meisten Teilnehmer legten sich nicht mit dem Rekord von 41,6 Sekunden an. Den hatte Nick Heidfeld bereits 1999 mit einem Formel-1-Wagen auf den Asphalt gezaubert.

 Die exklusivsten Sportwagen der Welt
Vielmehr nutzen die spektakulären Sportwagen aus dem Michelin Supercar Paddock das zumeist trockene Wetter mit Sonnenschein, um sich von ihrer besten Seite und mit ihrem ohrenbetörenden Sound zu präsentieren. Traumwagen wie der Aston Martin Vulcan, Aston Martin Lagonda Taraf, Koenigsegg One:1 und Agera N, errari 488 GTB, LaFerrari, Lamborghini Aventador Superveloce, 570S und P1 GTR von McLaren, Pagani Huayra, SCG 003 oder der Zenvo ST1 wurden dort ebenso bewundert wie die deutsche PSElite mit dem neuen Audi R8 – Fahrbericht Seite 34 – BMW i8, Mercedes-AMG GT und Porsche 918. Wenn schon nicht auf der Strecke, dann zumindest auf den teilweise sehr aufwändigen Ständen präsentierten die Automobilhersteller weitere neue (Sonder-)Modelle, wie den Aston Martin DB9 GT, Ford GT oder den Lotus 3-Elven.

 

Rennboliden aus zwölf Jahrzehnten
Oben beim Ziel rasten derweil auf einer separaten Rallye-Strecke neben modernen Rennwagen auch legendäre Siegertypen, wie der Audi Sport Quattro, der Lancia Delta Integrale und der Ford RS200, durch den Wald. Auf Asphalt wurde wiederum der Porsche 919 Hybrid bejubelt, der erst zwei Wochen zuvor die 24 Stunden von Le Mans gewonnen hatte.

 

Sehenswert waren zudem die historischen SLR-Silberpfeile von Mercedes-Benz Classic, die wie andere Wagen direkt aus Museen oder privaten Sammlungen nach Goodwood gebracht wurden. Ob CanAm, Nascar oder Tourenwagen – es gab nahezu nichts, was es nicht gab. Doch egal welche Klasse und welches Baujahr, nach und vor ihren Fahrten waren die meisten Rennboliden in ihren
luftigen Boxen den Zuschauern zum Anfassen nah.

Lebende Legenden
 Auf Tuchfühlung mit dem fachkundigen Publikum gingen auch die Piloten, Champions und Legenden wie Damon Hill, Derek Bell, Sir Jackie Stewart und Sir Stirling Moss, der seine Karriere 1962 übrigens nach einem Unfall auf dem benachbarten Rundkurs von Goodwood beendete und uns gegenüber vom Festival of Speed schwärmte: „Es ist herrlich, wieder hier zu sein – ein grandioses Wochenende!“ Deutsche Piloten wie Jochen Mass und Klaus Ludwig gingen dieses Jahr ebenso an den Start wie Nico Rosberg in einem seiner Formel-1-Wagen. Leider fehlte Sebastian Vettel, der bei den parallel in Budapest stattfindenden Ferrari Racing Days weilte. Dennoch war die Königsklasse des Motorsports mit Fahrern wie Kimi Räikkönen von Ferrari und McLaren-Pilot Jenson Button gut vertreten. Mindestens ebenso euphorisch wurden YouTube-Idol Ken Block und Motorrad-Star Valentino Rossi gefeiert, der auf zwei und vier Rädern Gas gab.

 

Wer nun nicht bis zum nächsten Jahr warten möchte, könnte in der Zwischenzeit die Schwesterveranstaltung, das Goodwood Revival, besuchen. Hier werden vom 11. bis 13. September auf dem permanenten Rundkurs in der Nähe historische Rennwagen und Besucher in passenden Outfits live zu erleben sein.

Die aktuelle HIGH LIFE Ausgabe 8/2015, Heft 39, erhalten Sie in unserem Online-Shop, einfach auswählen und bestellen, oder genießen Sie HIGH LIFE dreimal im Jahr im kostengünstigen Abonnement frei Haus.

ANZEIGE


Milaidhoo MaledivenTop-Angebote für das neue Highlight» Zum Angebot...