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HIGH LIFE Heft 39

CLOUDMASTER DC-6
Eine Legende der Luftfahrt

Ein Privatflugzeug dient in erster Linie der Erfüllung privater und geschäftlicher Zwecke in Verbindung mit größtmöglicher Flexibilität und höchstem Komfort. Doch wo bleibt die Fliegerromantik der guten, alten Zeit, als die Route noch mindestens so wichtig war wie das Ziel? Um dieses nostalgische Bedürfnis kümmert sich derzeit ein europäisches Team aus Betreibern und Flugzeugbauern, die einen absoluten Klassiker der Luftfahrtgeschichte restaurieren und mit einem attraktiven Betreibermodell in Dienst stellen wollen.

Die Cloudmaster DC-6 ist eine absolute Design-Schönheit aus der goldenen Ära der zivilen Luftfahrt, ursprünglich gebaut, um bis zu 102 Fluggäste schnell und komfortabel ans Ziel zu bringen. Nach der Fertigstellung am 13. Juni 1958 im Werk der Douglas Aircraft Company in Santa Monica legte das Flugzeug eine beachtliche Laufbahn in den Flotten legendärer ziviler Fluglinien und Regierungen hin. Die DC-6 erschloss nicht nur neue Flugrouten, sondern nahm Anfang der 1960er Jahre – in einem betont modebewussten und technikbegeisterten Jahrzehnt – sogar am ehrgeizigen Luftfahrtprogramm der Briten teil. Mit einem Team aus erfahrenen Betreibern, hochqualifizierten Ingenieuren und den Experten eines renommierten Londoner Designbüros hat sich Cloudmaster nun vorgenommen, dieses legendäre Flugzeug von Grund auf zu restaurieren und für eine privilegierte Gruppe von acht  Privateigentümern zu betreiben. Anteile können ab sofort erworben werden. Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten wird der Privatflieger auch für Charterflüge zur Verfügung stehen.

 

Cloudmaster-Gründer Julian Firth, Luftfahrttechniker und Berufspilot mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung, erzählt, wie die Idee zu diesem einmaligen Projekt geboren wurde. „Vor ein paar Jahren wurde unsere DC-6 als einer der Klassiker der Luftfahrtgeschichte zum renommierten Concours d’Élégance auf das Goodwood Revival eingeladen. Zu dem Zeitpunkt hatte die alte Dame bereits in zahlreichen Filmen mitgewirkt und stand nun kurz vor dem wohlverdienten Ruhestand. Es war ein fantastischer Anblick, als dieses riesige Flugzeug zum Landeanflug auf die Graspiste von Goodwood ansetzte. Anschließend kamen gleich mehrere Privatpersonen auf uns zu, um zu fragen, ob die DC-6 auch zu chartern wäre. Daraus entstand die Idee für unser Projekt. Unser Ziel ist recht simpel: Wir wollen das beste Flugerlebnis der Welt bieten. Und dafür haben wir das ideale Flugzeug: Die DC-6 ist leistungsstark, vielseitig und unübertroffen elegant. Außerdem verfügen wir über ein ausgezeichnetes Team, das bewiesenermaßen in der Lage ist, einen solchen Klassiker der Fliegergeschichte nach höchsten Standards der modernen Luftfahrt zu restaurieren, instandzuhalten und zu betreiben.“

 

Entscheidend für den Erfolg dieses Projekts war ein wohldurchdachter Plan für die komplette mechanische Restaurierung. Deshalb wandte sich Firth an Chefingenieur Thomas Muigg. Gemeinsam hatten die beiden zuvor bereits die einzige andere Restaurierung einer DC-6 erfolgreich auf höchstem Niveau abgeschlossen – für den Energy-Drink-Hersteller Red Bull. Der österreichische Luftfahrtexperte Muigg kann dreißig Jahre Erfahrung in der professionellen Luftfahrt vorweisen und hat zahlreiche Lizenzen in Europa und den USA erworben. Zudem ist er Berufspilot und Luftfahrttechniker mit einschlägigen Erfahrungen an der Douglas DC-6 und der North American B-25. Muigg kann sich noch genau an den Moment erinnern, als er das erste Mal vor einer DC-6 stand: „Wow, was für ein riesiges Flugzeug!“, dachte er damals. In der Tat ist die DC-6 kein Spielzeug. Man erkennt sie sofort als einen Klassiker aus der Frühzeit der Luftfahrt und spürt noch immer den Pioniergeist von damals. Genau genommen ist die DC-6 mehr Zeitmaschine als Flugzeug.

 

„Bei unserer ersten Restauration einer DC-6 fingen wir bei null an. Da war nur ein altes Flugzeug in einem schlechten Zustand. Doch mit Leidenschaft und einem klaren Ziel vor Augen konnten wir den Flieger in einen Zustand bringen, der besser war als der ursprüngliche von 1958, als die DC-6 das Werk verließ.“ Seinen persönlichen Jungfernflug mit einer DC-6 absolvierte Muigg nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten. „Eigentlich sind wir Österreicher eher nüchterne Zeitgenossen. Aber in dem Moment, als wir mit der DC-6 vom Boden abhoben, war ich einfach überwältigt. Drei Jahre lang hatten wir unermüdlich an der Wiederherstellung der Maschine gearbeitet. Und als sie endlich in der Luft war, empfand ich eine Mischung aus Spannung, Unglaube und grenzenloser Freude. Wir hatten es geschafft und das gute, alte Stück tatsächlich wieder flugtauglich gemacht. Und ich erinnere mich noch gut an die aufmunternden Geräusche der Propellertriebwerke, die durch die Kabine pochten. Als wollte das Flugzeug sagen: Gut gemacht, Jungs!“

In den ersten Jahren kümmerten sich Muigg und Firth um den Betrieb des Red-Bull-Fliegers. Danach war die DC-6 noch viele Jahre ohne Zwischenfall im Einsatz. Und jetzt all das noch einmal von vorne? „Die Leidenschaft und der Einsatz werden beim Cloudmaster-Projekt genauso ausgeprägt sein“, ist Muigg überzeugt. „Der große Vorteil ist, dass wir den gesamten Prozess schon einmal durchlaufen sind – und beim zweiten Mal ist bekanntlich alles viel leichter.“

Aus technischer Sicht gibt es über die DC-6 nichts mehr dazuzulernen. Was man über dieses Flugzeug wissen muss, hat man sich bereits vor Jahrzehnten angeeignet. Das ausgezeichnete System zur Frischluftzufuhr und zum Druckausgleich ist ein Vorgänger des Typs, der heute in der neuen Boeing 787 zum Einsatz kommt. Die besonderen Gebläse befördern Frischluft in die Kabine und sorgen so für eine äußerst angenehme Luftqualität, so dass man weniger ermüdet als in einem Jet. Die restaurierte DC-6 kann dieselben Luftverkehrsstraßen nehmen wie ein moderner Flieger und bei allen Wetterbedingungen mit verminderter Sicht fliegen. Außerdem ist sie in der Lage, lange Strecken in geringer Höhe zurückzulegen – ohne den immensen Kerosinverbrauch, den ein Jet bei einem solchen „Manöver“ verursacht.

„Kürzlich brachten wir einige Geschäftsreisende von Wien nach Madrid“, erzählt Firth. „Doch anstatt direkt die spanische Hauptstadt anzufliegen, machten wir einen Schlenker nach Triest und von dort aus über Venedig nach Norditalien. Es war ein klarer, sonniger Tag und wir hatten einen atemberaubenden Ausblick auf die herrliche Landschaft. Von Genua aus flogen wir rüber an die ligurische Küste, sanken auf wenige hundert Meter Höhe ab und genossen so quasi dieselbe tolle Aussicht, wie die Leute auf ihren Superyachten – allerdings bei einer Geschwindigkeit von 480 Stundenkilometern. Anschließend stiegen wir für die letzte Etappe wieder auf Reisehöhe, um pünktlich in Madrid anzukommen. Als wir abends zurückflogen, nahmen wir die direkte Route nach Wien.“ Diese Kombination aus Zweckmäßigkeit und hohem Spaßfaktor ist quasi die Quintessenz der Cloudmaster DC-6 – kein anderer Privatjet bietet ein solch herausragendes Reiseerlebnis.

 

Die DC-6 umgibt eine besondere Aura, die sie von gewöhnlichen Fliegern abhebt. Da ist einerseits das unverwechselbare Aussehen einer wunderschönen Maschine, die erfahrene Techniker mit Geschichtsbewusstsein und Vision liebevoll restauriert haben. Und andererseits die Garantie höchster Leistungsfähigkeit, verkörpert durch die vier gigantischen 18-Zylinder-Sternmotoren mit jeweils einem vier Meter langen Propeller, die problemlos in der Lage sind, die DC-6 mit einer beachtlichen Geschwindigkeit in die Lüfte zu heben. Bei diesem Modell kommt der Technikfanatiker ebenso auf seine Kosten wie der Ästhet. Und Pilot Firth schwärmt von „der Harmonie, Balance und der Unmittelbarkeit der Steuerung – es gibt einfach kein schöneres Gefühl, als ein 50 Tonnen schweres Flugzeug nur mit dem Steuerknüppel zu beherrschen“.

Im Inneren des Flugzeugs wollte das Cloudmaster-Team ein geräumiges und klassisches Design mit eindeutigen Anspielungen an die 60er Jahre. Dafür beauftragte es die renommierten Londoner Designer Bannenberg & Rowell. Creative Director Simon Rowell sagt: „Das Grundkonzept des Projekts bestand darin, ein vollkommen neues Design zu erschaffen, das zwar an die damalige Zeit anklingt, aber dennoch ganz klar in der Neuzeit wurzelt.

 

In der Ideenfindungsphase ließen wir uns von allem inspirieren, was für die 60er Jahre typisch ist: skandinavisches Design, Gio Pontis Supperleggera-Stuhl, Saul Bass’ Plakatentwürfe zu berühmten Hitchcock-Streifen, die legendären Szenenbauten von Ken Adam, Mad Men, James Bonds Aston Martin DB5 und sogar die Anzüge, die Sean Connery in den Bond-Filmen trug. All diese Einflüsse waren sehr fruchtbar und führten uns schließlich zu dem Stil, den Linien, den Materialien und dem betont maskulinen Farbschema, das man auf den Entwürfen sieht.“ Designer nahmen bewusst Abstand von dem beengten Einstieg, den man von den meisten Flugzeugen gewohnt ist. „Der Raum reicht aus, um buchstäblich mit offenen Armen empfangen zu werden“, sagt Rowell. „Das Bordpersonal begrüßt die einsteigenden Passagiere von einem geräumigen Barbereich aus. Dieser dient während des Flugs als Durchgang zwischen der hinteren Lounge und der Entertainment-Lounge. So entsteht unterwegs ein Raum für ein kurzes und ungezwungenes Zusammentreffen der Passagiere. Zudem verfügt das Flugzeug über eine übergroße Frachttür, die nach oben hin aufklappt. Am Boden erhält man dadurch eine ziemlich eindrucksvolle Aussichtsplattform. Schließlich gibt es nichts Schöneres, als es sich gemütlich zu machen, einen Drink zu bestellen und von Bord aus den wunderschönen Ausblick auf das Geschehen auf einem Event wie dem Goodwood-Festival oder einem abgelegenen Flugplatz zu genießen. Und dafür bietet das Innendesign genügend Gelegenheit.“

Die britischen Designer haben enorm viel Zeit in ein Projekt investiert, das mit Fug und Recht als ein Musterbeispiel für modernes Produktdesign bezeichnet werden kann. Beispielsweise mutet die Bestuhlung im gesamten Flieger klassisch an, ist aber in puncto Design und Funktionalität höchst innovativ. Die Sitze in der Schlaflounge können zu Betten umgewandelt werden, und die Tische lassen sich für zusätzlichen Platz zu Getränkehaltern zusammenklappen.

Der Kern des gesamten Designkonzepts ist Flexibilität:
sich unterhalten und unterhalten lassen, gemeinsam essen
oder in Ruhe arbeiten oder schlafen.

„Bis wir die endgültige Anordnung auf dem Papier hatten,
probierten wir zahllose Entwürfe aus.“

Die Restaurierung der DC-6 beginnt, sobald alle acht Anteile verkauft sind. Rund dreißig Monate wird es dauern, bis das Flugzeug fertiggestellt sein wird. Cloudmaster ist von den vielen Vorzügen des Teileigentummodells überzeugt – maximale Auslastung des Flugzeugs bei minimalen Kosten für den einzelnen Eigentümer und dazu die Gemeinschaft in einer äußerst exklusiven Gruppe von Gleichgesinnten. Mit diesen Zielen im Blick hat das Betreiberteam ein wohldurchdachtes Nutzungs- und Betriebssystem entwickelt, damit jeder Eigentümer – unabhängig von der Menge der erworbenen Anteile – einen vergleichbaren Zugang zum Flugzeug erhält. Das Flugzeug wird außerdem zu Charterflügen angeboten, damit die Eigentümer einen Teil ihrer Kosten wieder erwirtschaften können.

 

Schon bald könnte also ein echter Klassiker der Luftfahrtgeschichte die Welt erneut mit seiner glänzenden Schönheit und dem betörenden Klang seiner Propellertriebwerke erfreuen. Und einige wenige Privilegierte können dann für sich die Langsamkeit wieder entdecken, die dem Komfort des Reisens einen ebenso hohen Stellenwert einräumt wie der schnellen Ankunft am Ziel.

Mehr Informationen unter: www.cloudmaster.aero

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