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Yachting & Style Heft 29


© Foto: Guillaume Plisson

SILVER FAST
Schnell, schön und sparsam

Wo immer das auffällige Espen-Øino-Design auftaucht, zieht es die Blicke auf sich. Dazu vereint der 77 Meter lange Alu-Neubau modernen Luxus mit hoher Geschwindigkeit und Effizienz wie keine andere Yacht dieser Größenordnung zuvor.

Text Christian Sauer Fotos Guillaume Plisson

Am Beginn großer Entwicklungen stehen oft Visionen und Visionäre. So war es auch vor rund 15 Jahren, als der deutsche Industrielle Guido Krass auf die Suche nach einer formschönen, möglichst effizienten und schnellen Yacht ging. In der Zeit vor der globalen Finanzkrise war ein ausgesprochen sparsamer Umgang mit Treibstoff noch wenig verbreitet und die Frage nach hohen Geschwindigkeiten wurde zumeist mit mehr Leistung beantwortet. Doch damit wollte sich Krass, der sein Vermögen mit ökologisch nachhaltigen Technologien aufgebaut hat, nicht abfinden und gewann den eng befreundeten Espen Øino für sein neues Vorhaben. Sogar Katamarane oder Trimarane wurden nicht von vornherein ausgeschlossen. Letztendlich entwickelte der norwegische Designer einen ebenso langen wie schmalen Rumpf, der nach zahlreichen Tests am Computer und mit Modellen in Wassertanks eine hohe Effizienz versprach.

 

Aluminium aus Westaustralien
Krass verordnete dem 73-Meter-Projekt konsequenten Leichtbau und obwohl er als Unternehmer schon Erfahrungen mit Kohlefaser für den Flugzeugbau gesammelt hatte, setzte er komplett auf Alu: „Aus praktischer Sicht ist Aluminium so gut wie unschlagbar. Es lässt sich leicht formen und verarbeiten, es hat eine enorme Festigkeit und ist sehr leicht.“ Dieser Philosophie folgend, schien es nur logisch, die neue Werft genau dort aufzubauen, wo schon entsprechendes Know-how vorhanden war. Die Wahl des Standortes fiel auf Henderson bei Perth in Westaustralien. Dort wurden schon zahlreiche Handelsschiffe sowie schnelle Fähren in Alu-Leichtbauweise gebaut und nun also auch Megayachten. Knapp vier Jahre nach der Gründung von Hanseatic Marine sollte 2007 Silver (inzwischen Rabdan) der Grundstein für eine ganze Baureihe werden, die mit Silver Zwei – heute unter dem Namen Dragonfly bekannt – und der 77 Meter langen Smeralda erfolgreich fortgeführt wurde.

 

Längste und schnellste Alu-Motoryacht der Welt
mit konventionellem Antrieb

Nun folgt mit der Silver Fast eine Weiterentwicklung des grandiosen Designs von Espen Øino. Die über 8000 Quadratmeter große Werft hat sich zwar inzwischen in „SilverYachts“ umbenannt, der Rumpf bleibt wie bei ihren Schwesterschiffen mit zehn Metern Breite bei einer Länge von 77 Metern weiterhin sehr schlank. Mit 2,60 Meter Tiefgang können auch flache Buchten oder Häfen problemlos angelaufen werden, wo andere Yachten ihrer Größe wegen passen müssen. Quantum-Zero-Speed-Stabilisatoren reduzieren die Schiffsbewegungen vor Anker und auf den ausgedehnten Reisen ihrer Schwestern hat sich das ausgeklügelte Rumpfdesign bereits bewährt. Als Hauptmaschinen wurden zwei jeweils 3700 PS starke MTU 16V 4000 verbaut, die zusammen mit dem optimierten Unterwasserschiff für einen beeindruckenden Topspeed von 27 Knoten sorgen. Betrachtet man das Verhältnis von Länge zu Geschwindigkeit, ist Silver Fast derzeit sogar die längste und schnellste Alu-Motoryacht der Welt mit konventionellem Antrieb. Als effiziente Reisegeschwindigkeit werden beachtliche 20 bis 22 Knoten und eine Reichweite von 4500 Meilen bei 18 Knoten angegeben. Die maximal 112000 Liter Diesel an Bord ermöglichen somit weltweite Törns.

 

Eignerdeck mit Panoramablick
Ob im Mittelmeer, in der Karibik, im Pazifik oder im Indischen Ozean – mit der Silver Fast wird ihr zukünftiger Eigner definitiv auffallen. Ein Eyecatcher ist sie nicht nur wegen der atemberaubenden Linien von Espen Øino, sondern auch wegen der silbernen Metallic-Lackierung, an die ihr Designer bereits seit Gründung der Werft dachte. Neben dem Rumpf glänzen sämtliche Aufbauten metallisch. Die Teak-Decks lockern den ansonsten durchweg „coolen“ Look auf. Auf dem Sonnendeck lädt der Jacuzzi acht Personen zur Erfrischung ein und das Open-Air-Kino sowie die Bar garantieren bestes Entertainment. Wie die Schwesterschiffe besitzt Silver Fast ein Touch-&-go-Helipad auf dem Vordeck, wo selbst große Helikopter à la Augusta 109 oder Airbus Helicopters H135 (Eurocopter EC135) Gäste absetzen und aufnehmen können. Darunter sind zwei Jetski und drei Tender verstaut, wovon die beiden 7,60 Meter langen Sonderanfertigungen seitlich per Flügeltüren gewassert werden. Eher an ein Flugzeug statt an ein Schiff erinnert die „Gläserne Brücke“ mit zahlreichen Displays.

 

Außen cool, innen warm und einladend
Einen noch besseren Blick voraus bietet das Eignerdeck mit erhöhtem Schlafgemach oberhalb des Steuerstands. Daran schließen sich hintereinander zwei Bäder mit unterschiedlicher Ausstattung und Größe, ein privater Salon und ein separates Außendeck an. Für das moderne Interieur zeichnet, wie schon bei der Smeralda, das Kölner Design-Studio Vain um Andreas Holnburger verantwortlich. Es greift den metallisch-kühlen Charakter des Exterieurs auf, wirkt durch das matt lackierte Teak aber warm und einladend. Auf dem Hauptdeck sind vorn drei VIP-Suiten untergebracht, die ebenso wie die vier Gästekabinen auf dem Unterdeck über stilvolle Bullaugen verfügen. Auf dem Hauptdeck befinden sich außerdem die Galley, der Hauptsalon und der Wintergarten. Dessen umlaufende Glaselemente lassen sich komplett öffnen und ermöglichen somit Indoor- und Outdoor-Dining für 20 Personen. Die 18-köpfige Crew findet auf dem Unterdeck im Bug großzügige Platzverhältnisse vor. Dahinter sind die bereits erwähnten Gästekabinen, der Maschinenraum und der klimatisierte Beach Club positioniert. Dort beheimatet sind das Spa mit Sauna, Dampfbad, Massage, Schönheitssalon sowie der Fitness-Bereich. Wer danach im Meer schwimmen oder sich abkühlen möchte, kann direkt hinaus auf die riesige Badeplattform treten.

 

Große und noch größere Pläne
Die Liebe zu Details und der hohe Qualitätsstandard von Silver Fast stehen den Großyachten europäischer Werften in nichts nach. Dafür scheint der Preis von 79,5 Millionen Euro, für den sie derzeit über Burgess als Broker angeboten wird, mehr als angemessen. Doch damit nicht genug, haben Guido Krass und Espen Øino bereits Pläne für noch größere Yachten ausgearbeitet. Zum einen wäre da eine neue Serie mit 83-Meter-Rumpf und verschiedenen Aufbauten mit ähnlichem Design wie Silver Fast und deren Schwesterschiffe, aber auch Shadow- und Support-Konzepte scheinen denkbar. Die vorläufige Krönung würde allerdings der 100 Meter lange Explorer Silver Global sein, der noch eine Vision ist – doch das war zu Beginn von Hanseatic Marine nicht anders.

EIN EYCATCHER IST DIE SILVER FAST
NICHT NUR WEGEN DER ATEMBERAUBENDEN LINIEN VON ESPEN  ØINO, SONDERN AUCH WEGEN DER SILBERNEN METALLIC-LACKIERUNG,
AN DIE IHR DESIGNER BEREITS SEIT GRÜNDUNG
DER WERFT   HANSEARIC MARINE  – HEUTE „SILVERYACHTS“ – DACHTE.

 

Die aktuelle YACHTING & STYLE Ausgabe 9/2015, Heft 29, erhalten Sie in unserem Online-Shop, einfach auswählen und bestellen, oder genießen Sie YACHTING & STYLE dreimal im Jahr im kostengünstigen Abonnement frei Haus.

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