HIGH LIFE Heft 23 | 2010
AUTOMUSEUM PROTOTYP
Personen.Kraft.Wagen.
Die Farbe ist schon etwas verblichen. Unter einer Glasvitrine erinnert der rot-weiße Helm an die Tiroler Motorsportlegende Otto Mathé. Zeitungsnotizen, Schwarzweißfotografien sowie der Monoposto – eine Eigenkonstruktion von Mathé aus Porsche-Rennwagenteilen und im Volksmund „Fetzenflieger“ genannt – erzählen vom Leben des berühmten, einarmigen Rennfahrers. Der älteste existierende Porsche-Motor der Welt ist ebenso zu sehen wie ein schwarzer Porsche 356 mit der Fahrgestellnummer 5047 – das älteste noch existierende Coupé aus der Stuttgarter Produktion.
Auch der grüne Jordan 191 erregt das Interesse des Betrachters – Ausblick auf die nächste Sonderausstellung „60 Jahre Formel 1“ im Herbst 2010. Mit ihm startete Michael Schumacher 1991 im belgischen Spa die ersten 300 Meter seiner Formel-1-Karriere. Dann blieb er mit Kupplungsschaden liegen.
Im April 2008 eröffneten Oliver Schmidt und Thomas König nach dreijähriger Planungs- und Umbauphase in der neuen Hamburger HafenCity das AUTOMUSEUM PROTOTYP. „Alles begann vor über 17 Jahren mit einem rostigen Kübelwagen, den wir restaurierten. Später haben wir uns im Studium durch Jobs den ersten Porsche 356 finanziert. Daraus wurde eine wahre Sammelleidenschaft. Wir steckten unser ganzes Geld in alte Autos. Irgendwann wurde die Idee, sie auszustellen, geboren“, erzählt Thomas König von den Anfängen. PROTOTYP – ein Ort, der Personen, Kraft, Wagen (so der Untertitel) in einem historischen Backsteingebäude (2500 Quadratmeter auf drei Stockwerken), eine fantastische Kulisse bietet und das Herz jedes Autoliebhabers höher schlagen lässt.
„Der Mensch steht im Mittelpunkt. Bei uns werden Geschichten von Rennfahrerlegenden, von Autobauern, Konstrukteuren und Mechanikern erzählt – dazu präsentieren wir die Fahrzeuge im Original“, ergänzt Oliver Schmidt und zeigt ein anderes Prunkstück der Sammlung: einen roten Cisitalia D46. „Das war der erste neu entwickelte italienische Rennwagen nach dem Zweiten Weltkrieg. Hans Stuck und Mathé sind ihn gefahren.“ Besonders stolz sind die Betreiber auf den 1948 von Petermax Müller gebauten Stromlinien-Weltrekordwagen „VW-Spezial“. „Die Witwe des Rennfahrers fühlte sich mit unserem Museum sehr herzlich verbunden“, erklärt Oliver Schmidt den heutigen Standort dieser Rarität. Die Kraft des Automobils vermitteln zum Beispiel Fahrsimulatoren in originalen Karossen oder multimedial-audiovisuelle Präsentationen.
Im 1. Stock befinden sich die Dauerausstellung mit den historischen Exponaten, ein Kino, eine digitale Bibliothek sowie die Audiobox mit dröhnenden Motorgeräuschen. Im Erdgeschoss werden Sonderausstellungen gezeigt. Das imposante Kreuzgewölbe des Untergeschosses bildet im AUTOMUSEUM PROTOTYP den adäquaten Rahmen für die Galerie mit einer Bar. Hier finden neben Ausstellungen Vorträge und Events (30 bis 1200 Personen) statt. Eine ganz besondere Location für private und geschäftliche Anlässe.
Weitere Informationen:
Inhaber: Dipl.-Ing. Thomas König und Dipl.-Kfm. Oliver Schmidt
Shanghaiallee 7 (beim Lohseplatz)
20457 Hamburg-HafenCity
Telefon: 0 40 / 39 99 69 68
Telefax: 0 40 / 39 99 69 89
>>> info@prototyp-hamburg.de
>>> www.prototyp-hamburg.de
Öffnungszeiten:
Di. – So. 10.00 – 18.00 Uhr
Führungen nach Vereinbarung
Gastronomie: Café Erlkönig
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