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Country Style Heft 75 | Frühling 2016

HERRENHAUSROMANTIK
in den Scottish Borders

In der idyllischen Hügellandschaft des Schottischen Tieflands, im Bezirk Scottish Borders, der Grenzregion zu England, hat eine englisch-deutsche Familie ihre neue Heimat gefunden. Das historische Herrenhaus Maplehurst bietet alles zum Glücklichsein. Und das Beste daran: Gäste aus aller Welt dürfen daran teilhaben.

TEXT Gundula Luig-Runge | FOTOS Alex Aikman-Smith, Air Pixa

Weit mehr als die Hälfte seines bisherigen Lebens hat Peter Gruber in Deutschland verbracht. Dort hat der leidenschaftliche Antiquitätensammler und Inhaber eines britischen Passes auch seine Frau Silke kennengelernt. Vor zwei Jahren entschloss sich das Paar, seine Zelte in Deutschland abzubrechen und in Peters ursprüngliche Heimat Gr0ßbritannien zurückzukehren bzw. auszuwandern. „Das hatte ich schon lange vor. Ich habe mir immer gesagt, mit fünfzig gehst du zurück, fängst noch einmal etwas ganz Neues an. Gut, ich war einundfünfzig. Aber jetzt sind wir hier, an einem so wunderbaren Ort. Keinen Tag möchte ich unser neues Leben hier in den Scottish Borders mehr missen“, schwärmt Peter Gruber.

Auf der Suche nach einem passenden Zuhause für ihre kleine Familie, zu der Söhnchen George gehört, stießen die Grubers auf das Exposé einer herrschaftlichen „Arts & Crafts“-Villa im Schottischen Tiefland nahe der Grenze zu England. „Als wir uns das Objekt anschauten war klar, das ist es. Für mich war es Liebe auf den ersten Blick. Alles war tipptopp gepflegt, das Grundstück, der Garten, das Interieur der Villa, die von den Vorbesitzern als exklusives Boutique-Gästehaus geführt wurde. Mit dem Kauf von Maplehurst ging für uns ein Traum in Erfüllung“, erzählt der Hausherr. Eingebettet in eine sanft hügelige, von Wiesen und Wald geprägte geschichtsträchtige Landschaft, erzählt jedes Detail dieses prächtigen Anwesens seine eigene Geschichte.

Und die beginnt sehr romantisch. Erbaut wurde Maplehurst zwischen 1904 und 1906 vom Architekturbüro J & J Hall für den Textilmühlenbesitzer Andrew Fairgrieves und seine kanadische Braut Carrie Jane.   Für sein neues Zuhause ließ sich das Unternehmerpaar von kanadischen und New Yorker Einflüssen wie auch von der schottischen „Arts & Crafts“-Bewegung inspirieren. So finden sich kanadische Ahornblätter, die dem Anwesen auch ihren Namen gaben, auf zahlreichen Fensterscheiben und als kunstvolle Schnitzereien in den Treppengeländern aus massiver Eiche. Auch die hohen Fensterbänke sind eine Hommage an den Stil kanadischer Villenarchitektur. So gut wie alle Ausstattungsdetails sind bis heute erhalten. Das Haus wurde über die Jahrzehnte von seinen Besitzern stets liebevoll gepflegt. Und so kommt es, dass die Grubers heute als sechste Eigentümer ein historisch wertvolles architektonisches Kleinod ihr Eigen nennen können.

Erschlossen wird das 5.500 Quadratmeter große Anwesen, welches sich in exponierter Lage auf einem Hügel am Rande der schottischen Kleinstadt Galashiels befindet, über eine lange, alleeartige Auffahrt, die in einem Kiesrondell endet. Einige Stufen führen hinauf zum bleiverglasten Eingangsportal, Buchsbäumchen flankieren den Weg dorthin. Bereits das Entrée der viergeschossigen Villa versetzt den Besucher in vergangene Zeiten. Perfekte Handwerkskunst spiegelt die aus Eiche maßgefertigte Kassettendecke wider. Eine im Original erhaltene Schiebetür öffnet sich zur Empfangshalle des Hauses. Mehr als zwei Drittel der Wände werden von typisch englischen Paneelen bedeckt. „Als Antiquitätensammler geht mir jedes Mal das Herz auf, wenn ich die Schönheiten und Besonderheiten dieses Hauses im Detail betrachte.

 

Nehmen wir nur einmal die Tapisserien über der Eichentäfelung der Halle. Sie sind gestickt und begeistern seit mehr als einhundert Jahren noch immer mit der Leuchtkraft ihrer intensiven Farben“, sagt Peter Gruber sichtlich angetan. Die über der umlaufenden Bilderkante des Raumes geschickt platzierte indirekte Beleuchtung taucht ihn in ein angenehm warmes Licht. Ein echter Eyecatcher mittendrin: der große Reisekoffer, umgestaltet zum Couchtisch. Im benachbarten Salon mit seinem klassischen Kamin ist die sprichwörtliche britische Gemütlichkeit unübersehbar. Der gelungene Möbelmix macht den Charme dieses freundlich hellen Zimmers aus. So befindet sich in dem zauberhaften Erker ein von dem deutschen Künstler Paul Wunderlich gestalteter Schachtisch. Kombiniert wird er mit einer darüber hängenden Billardtischlampe sowie einem antiken Kriegsschiffscheinwerfer. Auch das Lieblingsmöbel des Hausherrn befindet sich im Salon: eine elegante runde Vitrine aus der Zeit des Art déco.

 

Die Tatsache, dass Maplehurst zuvor ein Gästehaus war, inspirierte Silke Gruber dazu, drei Zimmer ihres neuen Zuhauses an Gäste zu vermieten. „Wir haben genügend Platz für die Familie und einige Gäste. Schon in Deutschland haben wir oft und gerne Freunde eingeladen und bewirtet. Und jetzt bot es sich an, diese kleine Tradition in einem etwas anderen, professionelleren Rahmen fortzuführen. Die Voraussetzungen sind einfach perfekt! Peter bereitet morgens das Gourmet-Frühstück zu, ich backe täglich frisches Brot, wir servieren selbstgemachte Marmeladen von Obst aus unserem eigenen Garten und auf Wunsch kocht Peter abends für unsere Gäste ein Menü. Das ist wundervoll“, sagt Silke Gruber, eine gebürtige Mindenerin. „Wir sind so familiär und individuell, dass wir auf die kulinarischen Wünsche unserer Gäste jederzeit eingehen können“, ergänzt Peter. Er kocht alles frisch auf dem AGA, dem englischen Herdklassiker, nach Möglichkeit mit Zutaten aus der Region. Je nach Laune und Appetit schwelgt man zum Frühstück in schottisch-englischen, kontinentalen oder Ganz-nach-Gusto-Geschmackswelten. Da sind die Gastgeber flexibel.

 

Wer noch mehr von Peters Gourmet-Kochkünsten genießen möchte, kann das im Rahmen des Fine Dining Clubs. Silke und Peter lieben feine Tischkultur. Und so wird der große Tisch im Esszimmer jedes Mal zur festlichen Tafel, wird stilvoll eingedeckt mit erlesenem Geschirr und wunderschönem Tafelsilber von Christofle. Weine aus dem gut gefüllten Keller des Hausherrn werden in speziellen Riedel-Gläsern kredenzt. Schon optisch bestens vorbereitet und eingestimmt, folgt dann Peters Gourmet- Menü, an dem sich bis zu zwölf Gäste erfreuen können. Und die zufriedenen Gesichter im Anschluss sind das höchste Lob für den Profi am Herd.

„Wer das einmal bei uns erlebt hat, kommt gerne wieder. Bei so manchem habe ich auch das Interesse an unserer Cooking Academy geweckt. Gemeinschaftlich zu einem Thema kochen, nebenbei etwas lernen, zusammen genießen und, ganz wichtig, Spaß haben“, beschreibt Gruber sein gastronomisches Angebot. Maplehurst ist deshalb eine erstklassige Adresse für kleine hochkarätige Veranstaltungen, Incentives und Events bis zwanzig Personen. Im Garten finden bei schönem Wetter sogar fünfzig Personen Platz.

 Die drei luxuriösen Gästezimmer bieten Fünf-Sterne-Komfort und befinden sich auf der Beletage des Herrenhauses. In warmen Creme-, Gelb- und Beigetönen kommt The Mackintosh Room daher. Der Name geht auf den schottischen Architekten und Designer Charles Rennie Mackintosh (1868–1928) zurück. An den Wänden wirken Zoffany-Tapeten und zum behaglichen Interieur gehören unter anderem antike französische Stühle, ein gemütliches Sofa und ein begehbarer Kleiderschrank. The MacNair Room ist dem schottischen Künstler, Designer und Lehrer Herbert MacNair (1868–1955) gewidmet. Ein verspieltes Farbspiel aus Rot-, Grün- und Brauntönen verleiht diesem Zimmer seinen ausgesprochenen Charme. Liebenswert eingerichtet mit Sammlerstücken wie dem Art-decó-Waschtisch, einer „Arts & Crafts“-Garderobe oder dem edvardianischen Handtuchhalter aus Nickel, genießen Gäste zudem einen herrlichen Ausblick auf Kirschbäume und Rhododendren im Garten.

 

Wer die Farbe Rot liebt, wird sich im The Morris Room wie zu Hause fühlen. Tapete und Übergardinen wurden im „Arts & Crafts“-Stil gewählt, durch die bleiverglasten Fenster überblickt man den typisch großartig angelegten Garten, zauberhafte Kissen, Decken und andere Wohntextilien vermitteln schottische Behaglichkeit. Alle drei Räume verfügen über TV, DVD, Radio, W-LAN, Haartrockner, Bademantel und Slipper sowie biologische Bad- und Pflegeprodukte des Labels Purdies of Scotland. Die zentrale Lage macht Maplehurst zu einem idealen Ausgangspunkt, um das von der Textil- und Tuchindustrie geprägte Städtchen Galashiels und sein zauberhaftes Umland zu erkunden. Direkt vor der Haustür beginnt der Southern Upland Way, ein Fernwanderweg, der von Schottlands Westküste an die Ostküste führt. Auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie imposante Schlösser oder verträumte Dörfer liegen nicht weit entfernt.

Noch heute geht mir jedes Mal das Herz auf, wenn ich die Schönheiten des Herrenhauses betrachte. Peter Gruber

Wem nach Großstadt ist, der steigt in den Zug nach Edinburgh. Erst vor kurzem wurde die direkte Bahnverbindung in die schottische Hauptstadt wieder eröffnet. Die Fahrt von Tweedbank nach Edinburgh dauert nur 55 Minuten. „Die Scottish Borders haben wirklich viel zu bieten. Übrigens, wer Golf spielt, will wahrscheinlich gar nicht mehr nach Hause. Rund um Maplehurst befinden sich zwanzig Golfplätze für jedes Handicap. Es ist ein wahres Paradies“, bestätigt Peter Gruber und freut sich bereits auf seine nächsten Besucher.

Maplehurst Boutique Guest House
42 Abbotsford Road
Galashiels, TD1 3HR
Telefon: 00 44 / (0) 18 96 75 40 50
www.maplehurstguesthouse.com

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