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High Life Heft 42


© Foto: Porto Montenegro

Porto Montenegro
YACHT-HOTSPOT DER SUPERLATIVE

Wir besuchten die angesagte Marina, die Platz für die längsten Super- und Megayachten bietet. Doch damit nicht genug, sind zusätzliche Erweiterungen und neue Resorts in der Nähe geplant.

TEXT Christian Sauer | FOTOS Porto Montenegro

Längst hat sich die östliche Adria-Küste von einem Geheimtipp zu einem der beliebtesten Yacht-Reviere im Mittelmeer entwickelt. Vor allem Kroatien lockt immer mehr Eigner und Chartergäste aus der ganzen Welt an. Doch Häfen mit Liegeplätzen für große Yachten sind Mangelware und für Mega- oder Gigaformate bleibt zumeist nur die Alternative vor Anker. Dieses Manko erkannte der in Ungarn geborene und in der Schweiz lebende Kanadier Peter Munk bereits vor einem Jahrzehnt. Der erfolgreiche Unternehmer sah zugleich das enorme Potenzial von Montenegro. Das ursprüngliche Fürsten- und Königreich sowie der spätere Teil von Jugoslawien und Serbien ist seit 2006 unabhängig und inzwischen EU- sowie NATO-Beitrittskandidat. Durch die politische Stabilität und Investitionen in die Infrastruktur profitiert vor allem die boomende Tourismus- und Immobilien-Branche. Doch statt auf Masse setzt die demokratische Republik mit einer Fläche kleiner als Schleswig-Holstein und nur rund 600.000 Einwohnern nachhaltig auf Qualität.

 

Das spiegelt auch Porto Montenegro als bis dato größtes Tourismusprojekt an der malerischen Bucht von Kotor – beziehungsweise Boka genannt – wider. Aus der Vision von Peter Munk, eine der besten Superyacht-Marinas des Mittelmeers und vielleicht sogar die beste ihrer Art weltweit zu schaffen, ist spätestens seit der feierlichen Eröffnung des Regent Hotels 2014 als Herz von Porto Montenegro Realität geworden. Die mediterrane Architektur des 5-Sterne-Hauses, für die sich ReadonSmith Architects aus London verantwortlich zeigen, wurde von der venezianischen Historie der Region inspiriert. Das maritim geprägte Interieur stammt von Tino Zervudachi des Pariser MHZ-Design-Studios und spiegelt die Nähe zur Bucht sowie zum Yachthafen wider. Einen sensationellen Blick darauf bieten nahezu alle der 57 Doppelzimmer und 30 Suiten, die von zwei jeweils mehr als 600 Quadratmeter großen Penthäusern gekrönt werden. Das erstklassige Spa samt Indoor- und Outdoor-Pool wird zukünftig mit den Regent Pool Club Residences verbunden. Dieser Neubau im modernen Design bietet ab Sommer 2017 eine großzügige Poollandschaft, einen größeren Fitness-Bereich und dem Luxushotel dank derzeit zum Kauf angebotenen Apartments mehr Übernachtungsmöglichkeiten auch für Familien.

 

Ausnahmslos verkauft sind hingegen bereits die 228 Eigentumswohnungen in den anderen Gebäudekomplexen des Porto Montenegro Village. Es präsentiert sich mit mehr als 50 abwechslungsreichen Bars, Cafés, Restaurants, Shops und einer internationalen Schule selbst außerhalb der Hochsaison lebendiger als viele andere Yachthäfen. Bemerkenswert finden wir, dass architektonisch mit liebevollen Details und viel Fingerspitzengefühl geplant wurde. Die Umsetzung wirkt nahezu perfekt, alles sehr gepflegt und die höchsten Ansprüche erfüllend – auch was die Sicherheit und Diskretion für VIPs betrifft. Nicht von der „Außenwelt“ isoliert, geht das Resort fast unmerklich in die Uferpromenade des kleinen Ortes Tivat über. Der blüht in direkter Nachbarschaft von Porto Montenegro regelrecht auf und besitzt einen kleinen internationalen Flughafen. Wer nicht das Privileg eines Privatjets genießt, kann vor allem aus Russland und zunehmend aus Großbritannien direkt anreisen. Ansonsten liegen die Flughäfen von Montenegros Hauptstadt Podgorica oder vom kroatischen Dubrovnik rund 1,5 Fahrstunden von der Marina entfernt. Dank eigenem Helipad in Porto Montenegro sind auch Transfers sowie Rundflüge und exklusive Ausflüge mit dem Helikopter buchbar.

 

Das relativ kleine Montenegro besitzt eine enorme Vielfalt an unterschiedlichsten Landschaften. Während auf den bis zu 2.534 Meter hohen Gipfeln noch Schnee liegt und Ski gefahren wird, laden zugleich saftig grüne Almen und Wälder zu Outdoor-Sportarten ein. Einige der Seen und Canyons Montenegros gehören zu den größten Europas oder gar der Welt. Die UNESCO hat bereits den Durmitor National Park samt Tara-Canyon sowie die an die norwegischen Fjorde erinnernde Kotor-Bucht als Weltnaturerbe unter Schutz gestellt. Die beiden am Ufer liegenden UNESCOWeltkulturerbestätten von Perast und Kotor mit ihren sehenswerten Altstädten sollten am besten am späten Nachmittag oder Abend besucht werden, wenn die rasant steigende Anzahl an Kreuzfahrern wieder Kurs auf das offene Meer genommen hat. Mit dem Auto oder noch besser mit dem Boot sind es von Porto Montenegro aus nur wenige Minuten. Die Fahrt führt entlang der pittoresken Klosterinsel Gospa od Škrpjela und dem beeindruckenden Bergpanorama im Hintergrund. Dafür kann die hoteleigene Frauscher-Flotte genutzt werden, die ebenfalls als Shuttle zu verschiedenen Stränden in der Nähe der Marina dient. 

PORTO MONTENEGRO IST BEREITS HEUTE
EINE ERFOLGSGESCHICHETE,
DIE IN ZUKUNFT WEITER FORTGESCGRIEBEN WIRD.

Darunter befindet sich auch ein Strand mit exklusiv vom Regent Hotel für Gäste von Porto Montenegro betriebenen Beach Club. Bis auf wenige Sandstrände besitzt Montenegro auch am Mittelmeer mit dem Aman Resort Sveti Stefan als luxuriöses Hideaway viele Steilküsten und Kiesstrände, wovon das kristallklare Meerwasser profitiert. Darauf setzen ebenfalls neue Resorts an der Boka-Bucht, zum Beispiel von Four Seasons sowie erstmals in Europa Banyan Tree und One&Only. Doch ihre Yachthäfen werden nur bedingt eine Konkurrenz zu Porto Montenegro darstellen.

 

Die mehrfach ausgezeichnete Superyacht-Marina besitzt neuerdings mit 250 Metern den längsten Liegeplatz der Welt, noch vor One Ocean Port Vell in Barcelona mit 190 und Grand Harbor Marina Malta mit 135 Meter – ganz zu schweigen von Antibes, Monaco oder Porto Cervo. Bedenkt man, dass „Azzam“ als derzeit längste Yacht 180 Meter misst, ist Porto Montenegro selbst für neue Rekordträger bestes gewappnet. Neben den diversen Steuervorteilen, die beispielsweise das Bunkern von Treibstoff um rund die Hälfte günstiger als in den benachbarten EU-Ländern macht, zählen die geschützte Lage und der nahezu unlimitierte Tiefgang des größten Naturhafens Südeuropas zu den weiteren Vorteilen. Diese haben beispielsweise Prinz Khaled bin Sultan von Saudi-Arabien überzeugt, Porto Montenegro als Heimathafen für seine Golden Fleet inklusive der 80 Meter langen Golden Odyssey II und der neuen 123 Meter langen Golden Odyssey von Lürssen zu wählen. Insgesamt bietet allein die Pier 1 für zwanzig Superyachten bis 90 Meter Länge eine herausragende Infrastruktur.  Der längst außer Dienst gestellte und nachts spektakulär illuminierte Kran ist schon aus der Ferne zu sehen. Er wurde bewusst erhalten und erinnert ebenso wie das Marine-Museum mit zwei U-Booten an die über 100 Jahre lange Tradition des Hafens seit der österreichisch-ungarischen Monarchie.

 

Einen luxuriösen Kontrast dazu bildet vis-à-vis der Porto Montenegro Yacht Club samt Members Lounge, Open-Air-Bar und -Restaurant sowie dem exklusiven Platinum Nightclub. Der inzwischen berühmte, 64 Meter lange Lido-Pool zieht als weiteres Wahrzeichen nicht nur tagsüber die Blicke auf sich und kann ebenfalls von den Gästen des Regent Hotels genutzt werden. Für Segel-Anfänger oder -Fortgeschrittene stehen verschiedene Bootstypen und Pakete zur Wahl. Abgerundet wird das Portfolio des PMYC von zahlreichen Regatten und Veranstaltungen an Land. Damit sich neben den Eignern und Gästen auch die Crews wohlfühlen, werden regelmäßig Aktivitäten sowie Ausflüge, zum Beispiel in ein eigenes, kostenloses Ski-Chalet, organisiert. Das sorgt gerade in der Nebensaison mit milden Wintern für Abwechslung und scheint ein Erfolgsrezept für die Wahl des Heimathafens zu sein. Derzeit bietet Porto Montenegro 450 Liegeplätze zum Erwerb, langfristigen Leasen oder Mieten. Da die Nachfrage vor allem im langen Sommer das Angebot übersteigt, soll die Kapazität der Marina in den nächsten Jahren mit Fokus auf große Yachten nahezu verdoppelt werden. In der Nähe sind ebenso Werftkapazitäten für Refits und Reparaturen, wie auch ein 18-Loch-Golfplatz geplant. Porto Montenegro ist bereits heute eine Erfolgsgeschichte, die in Zukunft weiter fortgeschrieben wird.

http://www.portomontenegro.com/

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