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Yachting & Style Heft 32

YACHT CLUB DE MONACO –
Die Institution

Die spektakuläre Norman-Foster-Architektur fasziniert ebenso wie die inneren Werte und das vielseitige Engagement im Rahmen der „Belle Classe“. In einzigartiger Weise wird luxuriöser Lifestyle und Innovationskraft mit Nachhaltigkeit sowie maritimer Tradition verbunden.

Text Christian Sauer | Fotos Nigel Young, Foster + Partners

 Das Fürstentum Monaco ist mit seiner Fläche von knapp zwei Quadratkilometern nicht einmal halb so groß wie der Englische Garten in München und nach dem Vatikan der zweitkleinste Staat der Welt. Doch nicht nur während des Formel 1 Grand Prix im Mai und der Monaco Yacht Show (Seite 44) im September gilt es als Epizentrum der Superyacht-Szene. Nahezu alle relevanten Broker sowie Designer à la Espen Øino und Stefano Pastrovich haben hier Büros oder gar ihren Hauptsitz. Selbst wenn andere Städte am Mittelmeer und in Übersee den inoffiziellen Titel der „Yachting Capital of the World“ für sich beanspruchen, besitzt Monaco einen ganz besonderen Status. Die Basis dafür wurde im letzten Jahrhundert gelegt, als der elitäre Kreis von Aristokraten und Industriellen durch das Casino sowie niedrige Steuern angelockt wurde.

 Monaco wandelte sich zum Hotspot des Jetsets und zusammen mit seiner Frau Gracia Patricia, der ehemaligen Hollywood-Schauspielerin Grace Kelly, bescherte Fürst Rainier III. dem Zwergenstaat weltweite Aufmerksamkeit und einzigartigen Wohlstand. Angesichts der Yachten von Aristoteles Onassis & Co. gründete Rainer 1953 im Port Hercules zwischen dem Fürstenpalast der  Grimaldis und dem Casinoviertel von Monte-Carlo den Yacht Club de Monaco (YCM). Bereits seit 1984 fungiert sein Sohn, der heutige Regent Albert II. als dessen Präsident. Er lässt es sich auch nicht nehmen, regelmäßig in feierlicher Atmosphäre die Club-Novizen höchstpersönlich zu begrüßen. Im Vorfeld ihrer Bewerbung mussten zwei Mitglieder für sie bürgen. Derzeit folgen mehr als 1600 Auserwählte aus 66 Nationen den zehn „goldenen Regeln“ der YCM-Etikette sowie dem Dresscode samt obligatorischem blauem Sakko für den Herrn und Blazer für die Dame. Der Anziehungskraft des Yacht Clubs, über dessen Mitgliedsbeiträge offiziell geschwiegen wird, hat es nicht geschadet.

Da am ursprünglichen Standort unterhalb der Altstadt die Herausforderung des zunehmenden Platzbedarfs mittel- und langfristig nicht zu meistern war, wurde noch zu Lebzeiten von Fürst Rainier über einen Neubau auf der gegenüberliegenden Seite des erweiterten Port Hercules nachgedacht. Kurz nach dem Millennium wurden erste Gespräche mit Lord Norman Foster geführt und sein renommiertes Architekturbüro für das ambitionierte Projekt ins Boot geholt. Die exponierte Lage direkt an der Formel-1-Strecke, vis-à-vis des Palastes und des neuen Kreuzfahrtterminals auf dem Quai Rainer III. und nur wenige Gehminuten vom Casinoplatz sowie den Grandhotels entfernt, verlangte geradezu einen spektakulären Eyecatcher. Und das in den folgenden Jahren entstandene, 204 Meter lange und samt Fahnenmast 30 Meter hohe Gebäude übertraf sogar die hohen Erwartungen.

 

Am 20. Juni 2014 von der monegassischen Fürstenfamilie mit einer dem besonderen Anlass angemessenen Zeremonie eröffnet, besticht das futuristische Gebäude aus Glas und Stahl mit den Proportionen eines Luxusliners. Architekten-Ikone Lord Norman Foster, der zugleich zum Ehrenmitglied des Clubs ernannt wurde, beschreibt sein Konzept so: „Das Gebäude wurde wie eine kleine Stadt konzipiert, das sich harmonisch in das existierende Stadtbild von Monaco einfügt und nach außen öffnet.“ Die Außendecks wurden so großzügig dimensioniert, dass darauf selbst Helikopter landen können. Doch abgesehen von einer Promotion-Aktion, wird der Yacht Club dem Heliport von Monaco keine Konkurrenz machen – auch wenn sich einige Mitglieder den noch kürzeren Weg sicher wünschen würden. Doch auch so laden die Freiflächen zum Sehen und gesehen werden ein. Sie bieten Platz für große Open-Air-Partys und bei der alljährigen „Fête de la Mer“ geht es von hier aus nicht nur für den YCM-Nachwuchs rasant per aufblasbarer Wasserrutsche ins Hafenbecken. Wer lieber im Süßwasser planschen oder schwimmen möchte, nutzt stattdessen den Swimmingpool mit einstellbarer Tiefe.

Mehrere Bars, darunter die „Aquarama Riva“ im Stil der Holzboot-Klassiker dürfen auf den sechs Decks mit insgesamt 9000 Quadratmeter natürlich nicht fehlen. Das Interieur wurde unter anderem von Jacques Grange gestaltet. Während einige Räumlichkeiten auch von Nicht-Mitgliedern und Vertretern der Yacht-Industrie genutzt werden können, bleiben  beispielsweise die Bibliothek mit gemütlichen Sitzecken und maritimen Sammlerstücken sowie die vier „Cabins“, die als Hotel apartments mit rund 600 Euro pro Nacht für Monaco vergleichsweise günstig sind, exklusiv der maritimen Gemeinschaft vorbehalten. Zu den weiteren YCM-Einrichtungen gehören neben dem Ballsaal für 400 Personen, ein Restaurant und Bistro, die Sports-Bar, ein Fitnessstudio und Boutiquen.

Das Atrium wird von einer imposanten Freitreppe gekrönt, die bis zum fünften Deck hinauf reicht. Im „Bauch“ des Luxusliners warten 150 Stellplätze auf die Wagen der Mitglieder oder des Club-Sponsors Maserati – Valet Parking inklusive. Auf der Wasserseite stehen 26 eigene Liegeplätze für Yachten bis 60 Meter Länge parat. Zudem können Superyacht-Eigner während ihres Aufenthalts in Monaco das Clubhaus nutzen. Für Crews werden Trainings angeboten und die Segelschule unterhält eine eigene Flotte von Schulbooten.

Außerdem richtet der Yacht Club zahlreiche Regatten wie die Monaco Classic Week aus und pflegt somit die Tradition der monegassischen Ruderer und Segler des 19. Jahrhunderts. Zu den mehr als 1000 Yachten, die den YCM-Stander im Masten tragen und wovon rund zwei Drittel Motoryachten sind, gehören  auch einige der schönsten segelnden Oldtimer samt dem 23-Meter-Flaggschiff „Tuiga“. Der 2005 ins Leben gerufene Club im Club „La Belle Classe” verfolgt zusätzlich zur Bewahrung der Tradition klassischer Yachten sowie dem Respekt für die Etikette auf See, auch den Schutz der Meere und das Vorantreiben neuer Technologien für Superyachten. Wie dem Club-Präsidenten Fürst Albert liegen diese essentiellen Tugenden ebenfalls Eignern à la Francois Fiat („Yersin“ siehe Yachting & Style Heft 30) sowie Guido Krass („Silver Fast“ siehe Yachting & Style Heft 29) am Herzen. Sie fungieren als weltweite Botschafter von „La Belle Classe“ und auch der Yacht Club selbst gilt in vielerlei Hinsicht als Vorbild für andere Destinationen. Dazu gehören zahlreiche Umweltschutz-Maßnahmen wie die architektonisch gelungene Integration von Solarzellen, die größtenteils die Energieversorgung des Luxusliners sichern.

 

Selbst wenn beispielsweise London und New York auf eine längere Tradition verweisen können, hat sich der » Yacht Club de Monaco nicht nur wegen seiner Lage zu der Institution schlechthin innerhalb der Yacht-Welt entwickelt.

Die aktuelle YACHTING & STYLE Ausgabe 9/2016, Heft 32, erhalten Sie in unserem Online-Shop, einfach auswählen und bestellen, oder genießen Sie YACHTING & STYLE dreimal im Jahr im kostengünstigen Abonnement frei Haus.

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