Wir verwenden Cookies auf dieser Seite, die die Bereitstellung unserer Dienste erleichtern. Wie Sie einer Verwendung von Cookies widersprechen können erfahren Sie hier.
 

Country Style Heft 78 | Winter 2016

TOWNHOUSE
für Exponate hochkarätiger Kunst

Wenn stilsicheres Gespür für Ästhetik auf feinen Kunstsinn trifft, kann nur etwas ganz Besonderes daraus entstehen. Und so ist es auch in diesem Fall. Das Galeristenpaar Christiane Obermann und Axel Burkhard hat in Zusammenarbeit mit der Interior Designerin Martina vom Hofe dem guten Geschmack in den Räumlichkeiten seiner alten Jugendstilvilla eine Bühne geschaffen.

TEXT Bernd Teichgräber | FOTOS Klaus Lorke

Es klingt ein wenig wie ein märchenhafter Job. Zu namhaften Kunstmessen reisen, bei Künstlern Atelierbesuche machen, Ausstellungen in den großen Museen dieser Welt in Augenschein nehmen – und damit am Ende Geld verdienen. „Gewiss, es hat einige Zeit gedauert, bis wir unseren derzeitigen Status im Kunstbetrieb erarbeitet haben“, sagt Axel Burkhard. „Und das mittlerweile mit großem Erfolg“, ergänzt Christiane Obermann. „Denn in Sachen Kunst haben wir uns selten geirrt, auch wenn es um das Potenzial eines jungen Künstlers geht.“

 

Bei dem Galeristenpaar Christiane Obermann und Axel Burkhard aus Bad Honnef dreht sich alles um die Kunst. Auch privat. Schon im Foyer ihres Jugendstilhauses, das unweigerlich Reminiszenzen an Straßenzüge im Londoner Viertel Kensington aufkommen lässt, fällt der Blick auf faszinierende Porträts von Künstlern und Zeitgenossen der deutschen Fotografin Vera Mercer. Fotografie zählt zweifellos zu den erklärten Leidenschaften der Galeristen. In ihrem privaten Umfeld spielt sie dementsprechend eine  Hauptrolle. Dass die Exponate zeitgenössischer Kunst in den Räumlichkeiten der Villa genau am richtigen Platz stehen, entstammt der lebendigen und kreativen Zusammenarbeit mit Interior Designerin Martina vom Hofe. „Das war von Anfang an ein intensiver Austausch. Wir lagen, nicht nur, was den ästhetischen Anspruch betrifft, auf einer Wellenlänge.“ So schuf sie in wenigen Wochen mit stilsicherem Gespür Innenlandschaften, in denen die Symbiose aus Alt und Neu, Kunst und Möbeln hinsichtlich der Auswahl der Farben und Materialien als Teil der Raumwirkung perfekt zur Geltung kommt. „Alles sieht nun so aus, als ob es immer schon an seinem Platz gestanden hat.“

 

Martina vom Hofes Augen leuchten. Gleich neben dem Foyer geht es in das Esszimmer, in dessen  Mittelpunkt ein Sofa in der Farbe Taupe den großen Holztisch in der Raummitte begleitet. Die Wände kleiden großformatige Werke des Fotografen Martin Schoeller. „Er hat durch seine wiedererkennbare und einzigartige Art der Portraitfotografie Maßstäbe gesetzt. Mit seinen ungewöhnlichen sogenannten close-ups schafft er eine fast distanzlose Nähe, die beeindruckt“, erklärt Christiane Obermann. Thematisch zugeordnet stehen die Fallenbilder von Daniel Spoerri, dessen dreidimensionale Stillleben der Eat-Art-Kunst ihre Kraft verleiht.

 Für die kulinarischen Vergnüglichkeiten ist der Hausherr zuständig, der gelegentlich in der auf Maß gefertigten und von Martina vom Hofe geplanten und umgesetzten Manufakturküche in Gutshausstil Kostproben seiner Kochkunst abgibt. Verspielte Ornamentik im Überfluss, ein Induktionsherd von Falcon, aber auch das Keramikspülbecken sowie gut abgestimmte Rahmen und Griffe erschaffen ein gehobenes, nostalgisches Ambiente. Die helle Lichtstimmung des Raumes wird durch große Fenster bestimmt. Sie geben den Ausblick in den Garten frei. Was Christiane Obermann und Axel Burkhard an ästhetischem Anspruch bei Besuchen in den Ateliers mitnahmen, haben sie bei der Auswahl und Platzierung der Werke auch im Salon mit Bibliothek umgesetzt. Sämtliche Einbauarbeiten entstanden nach Planung der Interior Designerin und wurden von Manufakturbetrieben handwerklich umgesetzt.

 

Neben dem schwedischen Kachelofen, immer wieder gerne von Martina vom Hofe bei ihren zahlreichen Auftraggebern in Szene gesetzt, und genau über der alten Louis-Vuitton-Truhe haben sie freche Fotokunst vom österreichischen Starfotografen Andreas Bitesnich platziert. Hat man erst einmal auf dem ausladenden Sofa von Flexform Platz genommen, fällt der Blick zunächst auf die Designer-Beistelltische und sodann auf die Zeichnungen von Abraham David Christian sowie auf dessen Bronzeskulptur „Interconnected“. „Der Beuys-Schüler und zweifache Documenta-Teilnehmer ist im Moment ganz klar einer unserer Favoriten“, sagt Axel Burkhard. „Aber auch der junge Julian Khol als Shooting Star fällt in diese Kategorie.“

 

Ungeachtet ihres Wertes scheinen sich alle Möbel in der Jugendstilvilla auf ein gepflegtes Understatement geeinigt zu haben, keines spielt den stolzen Aristokraten und dennoch wahrt jedes Stück seine Individualität. Was die harmonische Farbgebung in den Räumen betrifft, setzt sich diese im Badezimmer fort. Für die Fenster hat Martina vom Hofe Shutter gewählt, die je nach Tageszeit eine wechselnde Lichtstimmung in das Bad zaubern. Die große Wanne und der Waschtisch aus Marmor mit Armaturen von Traditional Bathrooms zeigen hier wie im gesamten Haus, dass die Interior Designerin eine Frau des harmonisch zusammengefügten großen Ganzen ist und doch kümmert sie sich um jedes Detail. So kommt man bei der Beurteilung des Wirkens von Auftraggebern und Designerin nicht umher, zu erkennen, welchen Wert ein gut geschultes Auge hat. Das betrifft sowohl die Kunst als auch die Inszenierung des privaten Wohnumfelds als Spiegelbild der Persönlichkeit. Die Idee eines elegant gereiften Townhouses als Bühne für zeitgenössische Kunst wurde mit diesem Domizil in Bad Honnef auf besondere Weise umgesetzt. 

Martina vom Hofe Interior Design
Fasanenstraße 23 a, D-53179 Bonn
Telefon: 02 28 / 3 50 29 62
martinavomhofe@design-interior.de
www.design-interior.de

Die aktuelle COUNTRY STYLE Ausgabe 11/2016, Heft 78, erhalten Sie in unserem Online-Shop, einfach auswählen und bestellen, oder genießen Sie COUNTRY STYLE viermal im Jahr im kostengünstigen Abonnement frei Haus.

ANZEIGE


Milaidhoo MaledivenTop-Angebote für das neue Highlight» Zum Angebot...