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Yachting & Style Heft 33

Heesen „Galactica Super Nova“
STERNENKREUZER

Das neue 70-Meter-Flaggschiff der niederländischen Traditionswerft fasziniert mit der dynamischen Formensprache von Stardesigner Espen Øino sowie mit ihrer  Höchstgeschwindigkeit und Vielseitigkeit. Christian Sauer berichtet für Yacht ing & Style  von Bord.

TEXT Christian Sauer | FOTOS Guillaume Plisson, David Churchill

In den vergangenen Jahrzehnten bewiesen schon mehrere Superyachten, dass sich Geschwindigkeit und Größe nicht gegenseitig ausschließen müssen. Die 1991 bei Blohm+Voss gebaute „Enigma“ (ehem. „ECO“) mit 36 Knoten Höchstgeschwindigkeit bei 74,5 Meter Länge und die „Azzam“ von Lürssen, die als derzeit längste Yacht der Welt mit  180 Metern 31,5 Knoten erreicht, gehören zu den bekanntesten Beispielen. Möglich macht es der zusätzliche Einsatz von Wasserjets und technisch aufwendigen Gasturbinen. Da diese aber neben dem hohen Verbrauch weitere Nachteile mit sich bringen, galt und gilt es, nachhaltigere Ansätze neu oder weiter zu entwickeln.

An Innovationskraft und Erfahrung mit schnellen Yachten mangelt es Heesen definitiv nicht, schließlich hob bereits 1988 der 38-Meter-Gleiter „Octopussy“ mit 50 Knoten den Weltrekord für die schnellste Yacht auf ein neues Niveau. Und selbst wenn im niederländischen Oss seit einigen Jahren zunehmend auf immer größere Custom- und Semi-Custom-Projekte gesetzt wird, bleiben Kunden im Geschwindigkeitsrausch dank des Fast Displacement Hull herzlich willkommen. Das von Heesen gemeinsam mit den Konstruktionsbüro Van Oossanen etablierte Rumpfkonzept scheint auch bei der 70 Meter langen „Galactica Super Nova“ eines der Erfolgsgeheimnisse zu sein, um die Wünsche nach hoher Geschwindigkeit mit Effizienz, Komfort und Platz miteinander zu vereinen.

 

Der sechs Meter lange Pool mit Wasserfall garantiert neben einem außergewöhnlichen Badevergnügen auch ein angenehmes Klima auf dem Hauptdeck. Als Besonderheit des mit 11,90 Meter vergleichsweise schlanken Alurumpfs samt 3,25 Meter Tiefgang fällt insbesondere der Wulstbug auf. Er durchschneidet regelrecht die Wellen und reduziert zusammen mit anderen Optimierungen den Rumpfwiderstand um 20 Prozent. Zum komplexen Gesamtpaket gehören außerdem strömungsoptimierte Festpropeller, die an zwei MTU 20V 4000 Diesel gekoppelt sind. Allein damit wäre die im Vertrag vereinbarte Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten jedoch nicht erreicht worden. Doch anstatt eine durstige Gasturbine zu installieren, fiel die Wahl auf einen MTU 16V 4000 als Motor für  den zentralen Rolls-Royce-Jetantrieb. Die in Summe mehr als 16000 Pferdestärken beschleunigen die mit 645 Tonnen Verdrängung angegebene Superyacht in atemberaubenden 75 Sekunden aus dem Stand auf Topspeed.

Bei solchen zumeist kurzen Fahrten werden zwar 3000 Liter pro Stunde verbrannt, auf der anderen Seite verbraucht „Galactica Super Nova“ bei zwölf Knoten aber lediglich 300 Liter. Das ermöglicht eine transatlantische Reichweite von 4000 Meilen. Für Komfort vor Anker ebenso wie bei voller Fahrt sorgen neben den Maßnahmen zur Geräuschreduzierung die ausfahrbaren Quantum-XT-Stabilisatoren mit ihrer variablen Geometrie. Zusätzliche Sicherheit ermöglicht ein schnelles Reaktions-System mit Alarm-Schaltern an strategischen Punkten auf jedem Deck. Falls jemand über Bord gehen sollte, werden automatisch selbstaufblasende Bojen gestartet, die ein Signal an den hochmodernen Steuerstand schicken. Die 16-köpfige Crew findet dort sämtliche Informationen auf sechs vollintegrierten Displays und profitiert zudem von den praktischen Vorteilen der Portugieser Brücke.

Für dieses Detail und die aerodynamisch wie ästhetisch meisterhaft gestalteten Aufbauten zeichnet Espen Øino verantwortlich. Mit dem ursprünglich „Kometa“ genannten Neubauprojekt übernahm er 2013 einen ungewöhnlichen Auftrag, bei dem er sich an dem Exterieur einer Yacht aus fremder Feder orientieren sollte. Nicht zufällig ähneln der Stil und der Name von „Galactica Super Nova“ der „Galactica Star“. Die 2013 von Heesen abgelieferte, mit 65 Meter Länge bis dato größte Yacht der Niederländer wurde außen von Omega Architects gestaltet. Mit zwei Motoren und Propellern erreichte das damalige Flaggschiff bereits 28 Knoten. Begeistert zeigte sich nicht nur ihr Eigner, sondern auch dessen Freund, der selbst bereits mehrere Heesen besaß. Schnell wurde der Vertrag für „Galactica Super Nova“ besiegelt und ihr Bau dank der existierenden technischen Basis in weniger als drei Jahren erfolgreich abgeschlossen.

 Dass dabei erstklassige Lösungen nicht auf der Strecke blieben, zeigt beispielsweise das Vorschiff. Zum einen fungiert es als Touch-&-go-Helipad und zum anderen als zusätzliches  Sonnendeck. Wenn die Nacht hereinbricht, kann es wie die ganze Yacht  mit LEDs illuminiert sowie als Open-Air-Cinema mit vier Meter breiter Leinwand und Soundsystem genutzt werden. Darunter lagern hinter Flügeltüren der 6-Meter-Tender und Wasserspielzeuge inklusive eines amphibischen Gibbs Quadski. Deren Unterbringung im Bug schafft Platz für einen riesigen Beachclub im Heck samt Bar, Liege- und Sitzmöglichkeiten sowie Hamam. Bei den großzügigen Platzverhältnissen können hier natürlich auch Fitnessgeräte problemlos installiert werden. Per iPad lassen sich verschiedenste Lichtstimmungen vom romantischen Dinner über einen Cocktailempfang bis zur Party programmieren. Ein weiteres Highlight im wahrsten Sinne des Wortes ist der gläserne Boden des sechs Meter langen Swimmingpools mit Gegenstromanlage, Hydromassage und Wasserfall.

 

Die Außendecks bieten zahlreiche Möglichkeiten zum Dinieren und Socialising. Und damit bei über 50 km/h der Fahrtwind nicht unangenehm weht, lässt sich das Sonnendeck mit einer gläsernen Schiebetür separieren. Seitliche Glaselemente und das Hardtop schützen zudem. Luftig und relaxed wirkt auch das eigentliche Interieur, für dessen Gestaltung nicht wie bei „Galactica Star“ Bannenberg & Rowell Design, sondern das niederländische Designbüro Sinot den Auftrag bekam. Elegant, modern, unaufdringlich und zeitlos sollte es werden. Während verschiedene Leder- und Holzvariationen die Basis dafür bilden, setzen klassische Gemälde mit maritimen Motiven sowie dezent eingesetzte farbige Accessoires von Sabrina Monte-Carlo sehenswerte Kontraste. Das zeigt sich bereits auf dem Brückendeck, wo sich an die Sky Lounge das VIPAppartement anschließt. Die exponierte Kabine ist direkt mit einem privaten Büro verbunden, das sich als Schlafplatz beispielsweise für eine Nanny nutzen lässt. Das restliche Deck nimmt die Kapitänskajüte und selbstredend die Brücke ein.

Spektakuläre Treppenhäuser gehören seit jeher zu den Markenzeichen von Heesen, doch an Bord von „Galactica Super Nova“ glänzt es dank Edelstahl und gläsernem Lift in dessen Mitte noch eindrucksvoller. Traditionell befinden sich auf dem Unterdeck vier zentrale Gästekabinen und weiter vorn im Bug schläft die Crew.

 

Direkt darüber auf dem Hauptdeck nimmt das Eigner-Refugium die gesamte Breite ein. Es wird über ein schmales Büro betreten und die zwei an sich getrennten Bäder sind über eine Regenwalddusche miteinander verbunden. Bei aller Großzügigkeit reservierte sich der Eigner im Vergleich zu anderen Superyachten dieses Formats allerdings weniger Platz für seine Suite. Auf eine intensive Nutzung sämtlicher Bereiche deutet auch das Layout des Hauptsalons hin.

 

Abgesehen vom formellen Esstisch für zwölf Pesonen, verbreiten die bequemen Sitzmöbel zusammen mit dem offenen Kamin und dem hinter einer Blende versteckten XL-Screen eine lebendige Atmosphäre. „Galactica Super Nova“ fasziniert in allen einzelnen Aspekten sowie in ihrer Gesamtheit. Heesen expandiert unterdessen weiter – mit dem 75 Meter langen Projekt „Vesta“ wurde bereits ein neues, wenn auch mit 22 Knoten nicht ganz so schnelles Flaggschiff vorgestellt. 

Die aktuelle YACHTING & STYLE Ausgabe 1/2017, Heft 33, erhalten Sie in unserem Online-Shop, einfach auswählen und bestellen, oder genießen Sie YACHTING & STYLE dreimal im Jahr im kostengünstigen Abonnement frei Haus.

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