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Country Style Heft 54 | Winter 2010


© Foto: Ido Sol

Frank Stüve gilt als angesagter Experte für moderne Wohnkultur. Prominente aus ganz Deutschland lassen sich ihr Zuhause von ihm gestalten und seine Villa Harteneck, die er gemeinsam mit Gisela von Schenk betreibt, gehört zu den renommiertesten Interior Stores Berlins. Dass der gelernte Florist die stilistische Klaviatur aus Farben, Formen und Proportionen meisterlich beherrscht, zeigt seine private Wohnung am Kurfürstendamm besonders eindrucksvoll.

„I hate everything“, steht auf der viereckigen Zuckerdose, die auf schmalen goldenen Füßen steht und sich mit einer gemalten Bulldogge schmückt. „Mein Lebensmotto“, erklärt Frank Stüve lachend, während er uns zur Begrüßung einen Kaffee anbietet. Wir sitzen im sogenannten Musikzimmer, das seinen Namen vier Stuckrosetten verdankt, die die Köpfe großer deutscher Komponisten zeigen. „Ja, die Berliner wussten schon damals, wie man repräsentativ wohnt“, erzählt der Wohnexperte, als er unsere bewundernden Blicke bemerkt. „Und obwohl die Räume als Büro genutzt wurden und sich der nostalgische Charme unter Verkleidungen und Trennwänden verbarg, war ich von dieser Wohnung auf Anhieb begeistert. Das lag vor allem an den stimmigen Proportionen und dem vielen Licht, das durch die riesigen Fenster sowohl zur Straßenseite als auch zum Innenhof die hohen Räume durchflutet.“

Und richtig: Selbst das Entree, das in vielen Altbauwohnungen nichts weiter als ein dunkler unwirtlicher Flur ist, bekommt Licht von zwei Seiten und lädt mit seinen doppelflügeligen Türen und einem mächtigen Kronleuchter aus Murano zu einer Reise in die glamourösen Wohnwelten à la Frank Stüve ein. Wie seine meisterlichen Arrangements in der Villa Harteneck, strahlt jeder Raum der wunderschönen Altbauwohnung am Kurfürstendamm Lebensfreude pur aus. Dabei erwächst der von Frank Stüve geschaffene Glamour nicht aus übertriebenen Showeffekten, sondern aus gekonnt gesetzten Akzenten und ausdrucksstarken Formen. Und obwohl natürlich bis ins kleinste Detail durchdacht, wirkt nichts inszeniert und künstlich, sondern authentisch und wohnlich.

 

Und was sich in der Aufzählung manchmal wie ein stilistisches Durcheinander anhören würde, fügt sich in jedem der fünf Räume zu Oasen der Kontemplation zusammen, die bis ins kleinste Detail ihrer Funktion Rechnung tragen. Und die Wohnung des ambitionierten Inneneinrichters am Kurfürstendamm hat gleich mehrere Funktionen zu erfüllen. Sie dient dem erfolgreichen Inneneinrichter sowohl als privater Rückzugsort als auch als Showroom und Mittelpunkt seines gesellschaftlichen Lebens. Diesem Spagat zwischen den ganz unterschiedlichen Funktionen entspricht die prädestinierte Lage des Schlafzimmers, dem erklärten Lieblingszimmer des Hausherrn. Direkt neben der Bibliothek, die der Hausherrsowohl als Homeoffice als auch als Ort für Dinner im familiären Rahmen nutzt, präsentiert es sich mit Tunnelstuck und den mit brauner Seide bespannten Wänden als stimmungsvolles Vorzeigezimmer und private Oase. Der riesige Fernseher lässt sich bei Bedarf versenken und der Blick vom dominierenden Polsterbett in das Grün der Platanen des Kurfürstendamms weckt in Frank Stüve Erinnerungen an seinen ländlich geprägten Heimatort in Niedersachsen. „Es gibt nur wenige Gegenstände, die mich schon länger begleiten, die meisten Möbel meiner vorherigen Loftwohnung in Berlin-Mitte passten vor allem wegen der Proportionen nicht hierher. So verlangte das sogenannte Berliner Zimmer, das in früheren Zeiten ausschließlich der Repräsentation diente, wegen seiner Größe ausladende Sofas und einen 1,50 Meter langen Couchtisch, der nach meinen ganz persönlichen Vorstellungen von einem Berliner Handwerker mit einer speziell behandelten Metalloberfläche versehen wurde. Und auch nach den beiden großflächigen Fotografien, die einen Wald in verschiedenen Grauschattierungen zeigen, musste ich lange suchen.“ Die Begeisterung für moderne Kunst, die genau wie die geschickt platzierten Designklassiker einen Bogen zwischen der historischen Architektur und den von Frank Stüve inszenierten Wohnwelten spannen, zeigt, dass der gelernte Florist Inneneinrichtung nicht als Profession, sondern als seine Berufung sieht. Eine passionierte Begeisterung, die so meilenweit von „I hate everything“ entfernt ist wie die kitschige Zuckerdose von puristischem Minimalismus.

Villa Harteneck
Douglasstraße 9
D-14193 Berlin
Tel.: 0 30 / 89 72 78 90
Fax: 0 30 / 89 72 78 91
E-Mail: contact@villa-harteneck.de
Internet: www.villa-harteneck.de

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