HIGH LIFE Heft 20 | 2009
Zu Besuch beim Vater des neuen
PORSCHE PANAMERA
Vier Türen, vier Sitze – auf den ersten Blick ganz neu und doch ein Porsche. Mit dem Porsche Panamera gelang Chef- Designer Michael Mauer ein völlig neues und eigenständiges Fahrzeugmodell, das sich doch formal als typischer Porsche positioniert. Wir besuchten Michael Mauer im „Allerheiligsten“ der Sportwagenschmiede, im Entwicklungs-zentrum Weissach. Hier erfuhren wir aus erster Quelle, wie die Entwicklung eines der spektakulärsten neuen Sportwagen seinen Lauf nahm.
TEXT: BERND TEICHGRÄBER | FOTOS: KLAUS LORKE, PORSCHE AG
Porsches Design-Chef Michael Mauer hat schon sehr abwechslungsreiche Stationen absolviert. Der SLK Roadster von Mercedes trägt genauso seine Handschrift wie der Smart oder die markanten Modelle der Marke Saab. Aber nun scheint Michael Mauer genau dort angekommen zu sein, wo er in seinen Träumen immer schon einmal sein wollte: Im Porsche-Design-Zentrum in Weissach entwickelte er die erste viertürige Limousine des schwäbischen Sportwagenherstellers. „Die Marke Porsche zu gestalten und in die Zukunft zu tragen“, für Michael Mauer zweifellos ein „Traumjob“. Zumal schon bald nach seinem Wechsel zu Porsche feststand, dass er federführend die Entwicklung des Panamera vorantreiben würde.
Seit der Einführung des Cayenne im Winter 2002 war die Entwicklung des Panamera sicherlich die umfangreichste Design-Herausforderung bei Porsche, vielleicht sogar im gesamten Sportwagensegment und „das im Kräftefeld zwischen Marketing, Konzernphilosophie und Markenidentität“, erklärt Michael Mauer. Entstanden ist ein sportlicher Viertürer, dessen Formsprache im Wettbewerb ein neues Segment besetzt. „Die Synthese aus typischen Sportwagen-Genen, die einer Coupéform entspringt, und einer eigenständigen Interpretation der klassischen Limousinenform sowie den Vorzügen eines variablen Raumkonzeptes gibt dem Panamera sein unverwechselbares Erscheinungsbild.“

Längst verstehen sich Chef-Designer wie Michael Mauer als Manager, die für den Überbau verantwortlich sind, für das „Managen“ der Design-Abteilung, die dann die Ergebnisse den höheren Ebenen vermittelt. Wobei nach wie vor die Kreativität des einzelnen Designers gefragt ist und die Arbeit in der Design-Abteilung am Computer per Hand mit elektronischem Stift erfolgt. „Über das technische Layout werden das Fahrzeug und die Maße definiert“, erklärt Michael Mauer, „in diesem Fall ein Sportwagen für vier Personen, die bequem durch vier Türen zusteigen können“. Die Außenhaut legt den Platz für das Interieur-Design fest, welches beim Panamera zweifellos eine größere Rolle als bei allen anderen Modellen der Stuttgarter spielt. „Wir mussten Luxus und Komfort schaffen und dabei immer den Fahrer im Blickpunkt behalten“, so der Chef-Designer.
Wer hinten Platz nimmt, kommt in den Genuss von wohltuender Kopf- und Beinfreiheit. Der Innenraum schafft optimale ergonomische Voraussetzungen für den Fahrer und betont zugleich die persönliche Sphäre jedes einzelnen Passagiers auf den maßgeschneiderten Einzelsitzen. Die Rücklehnen der Fondsitze sind umklappbar und ermöglichen so eine Gepäckraumerweiterung, die dem Charakter einer Reise-Limousine entspricht. Porsche hat zudem seinem Panamera zahlreiche Möglichkeiten der Innenraumgestaltung spendiert. Ausstattungen in Glatt- und Naturleder in insgesamt 13 Farb- und Materialkombinationen inklusive vier Bi-Color-Ausstattungen können mit sieben optionalen Interieur-Dekoren kombiniert werden, darunter exklusive Materialien wie Carbon sowie das offenporige Holz „Olive Natur“. „Die Innenraumgestaltung ist heutzutage eminent wichtig“, betont Michael Mauer. „Vor wenigen Jahren spielte das Außendesign bei der Kaufentscheidung eine entscheidende Rolle. Wenn heute einem Kunden der Innenraum nicht gefällt, geht er wieder.“

Kein Zweifel – das Interieur des Panamera harmoniert perfekt mit dem auffälligen Exterieur. Dank eines neuen Raumkonzeptes und der sportlichen Architektur im Innenraum lässt sich ein spezielles „Pilotengefühl“ auf allen vier Sitzplätzen erleben. Sehr schön auch die Anwählbarkeit sämtlicher Funktionen über Knopfdruck. Als neues Design-Element mit ganz eigenständigem Charakter zeigt sich die ansteigende Mittelkonsole, die die Herkunft des Panamera aus der Sportwagenschmiede visualisiert und „dem Fahrer das Gefühl vermittelt, im Auto zu sitzen und Teil des ganzen Systems zu sein“, erklärt Michael Mauer.
Der Panamera kommt zunächst ausschließlich in V8-Motorisierung mit Heck- und Allradantrieb auf den Markt: Bereits das Einstiegsmodell Panamera S wird von einem 4,8-Liter-V8 mit 400 PS (294 kW) Leistung angetrieben. Die Kraftübertragung erfolgt optional über ein Sieben-Gang-Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) zu den Hinterrädern. Das Spitzenmodell Panamera Turbo verfügt über einen 4,8-Liter-V8-Biturbo mit 500 PS (368 kW). Der Allradler sprintet von 0 auf 100 km/h in 4,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der Turbo bei 303 km/h. Seine Weltpremiere feiert der Panamera im Rahmen der Auto Shanghai 2009 in China.
Weitere Infos www.porsche.com
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