HIGH LIFE Heft 5 | 2004

Formel 1 - Grand Prix Monaco
Hubschrauber fliegen im Wohnzimmer

Im Durchschnitt verfolgen in Deutschland mehr als zehn Millionen Menschen die Formel-1-Rennen im Fernsehen, weltweit dürften es mehr als zehnmal soviel sein. Viele Rennstrecken ähneln sich, doch nirgends präsentiert sich der Formel-1-Zirkus so spektakulär, glamourös und prominent wie im Stadtkurs des Fürstentums von Monaco. Weltmeister Niki Lauda beschrieb es am prägnantesten: "Rennfahren in Monte Carlo ist wie Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer."

Text: Thomas Klocke | Fotos: Boris Schlegelmilch, Cajus Steinhauer

Um den internationalen Motorsport nach Monaco zu holen, erfand 1929 Anthony Noghes, der Präsident und Gründer des Club Automobile de Monaco, die halsbrecherische Rennstrecke. Bereits im Gründungsjahr fand hier der erste Grand Prix statt und seit 1950, dem ersten Jahr der Formel-1-Weltmeisterschaft, steht Monaco im Rennkalender.

Seit 1955 wurde das abenteuerliche Rennen ununterbrochen ausgetragen, dabei hat sich die Strecke, die sich durch die engen Gassen des nur zwei Quadratkilometer großen Städtchens schlängelt und am Yachthafen vorbei führt, bis heute kaum verändert: 1973 wurde der neue Abschnitt um das Schwimmbad am Meeresufer ergänzt und drei Schikanen wurden neu errichtet.

Die Entwicklung der Rennwagen in der gleichen Zeit sieht da schon etwas anders aus: der "Bolide" des ersten Siegers 1929, Charles William Grover, immerhin ein formidabler Bugatti, ist heute vergleichbar mit einer zusammengeschweißten Stahlbüchse, die seinerzeit 130 PS leistete und wohl gerade etwas flotter als ein Golf GTI unterwegs war.

Schumi & Co müssen heute über den gleichen Parcours raketengleiche Geschosse chauffieren, die bei mehr als 18000 Umdrehungen pro Minute fast 900 PS leisten und von 0 - 100 km/h in gut zwei Sekunden beschleunigen. Bei der Ausfahrt aus dem Tunnel, wo im Wesentlichen der Mut des Fahrers geprüft wird, werden Spitzengeschwindigkeiten von ca. 280 Stundenkilometer erreicht, wenn die Gladiatoren des modernen Rennzirkus aus der Dunkelheit in das grelle Sonnenlicht schießen.

Der Parcours von Monte Carlo fordert sowohl dem Fahrer als auch dem Auto größtmögliche Leistungen ab, jeder kleinste Fahrfehler wird sofort bestraft, zu schnell touchieren die Fahrzeuge die Leitplanken, an denen sie mit einem Abstand von nur wenigen Zentimetern vorbeijagen. Oftmals erreicht nur ein Bruchteil der gestarteten Fahrzeuge nach achtundsiebzig Runden Adrenalin pur das Ziel. Beim legendären Regenrennen im Jahre 1996 sahen nur drei Fahrer die schwarz-weiße Zielflagge.

Übrigens wurde in Monaco 1934 auch erstmals das Qualifying ins Leben gerufen: die Startaufstellung nach Trainingszeiten löste die bis dahin gültige Startreihenfolge per Losentscheid ab. Dabei hat gerade die Startaufstellung in Monaco die größte Bedeutung der gesamten Rennserie, da es in Monaco fast unmöglich ist, zu überholen. Dieses Rennen live zu verfolgen, ist ein einzigartiges Erlebnis.

Unabhängig davon, welchen Platz man wählt, ob auf einer exklusiven Yacht direkt am Circuit in der ersten Reihe am Quai des Etats Unis, auf der Terrasse des Hotels de Paris, in einem der kleinen Restaurants wie dem Café de Paris oder bei dem Nobelitaliener Rampoldi oder auf einem privaten Balkon, die während des Rennens zu Höchstpreisen vermietet werden, man hat meistens nur einen Blick auf einen ganz geringen Streckenabschnitt. Ganz wichtig: Zur Zeit des Grand Prix ist Monaco total überfüllt, die dreißig Kilometer eigens für den Grand Prix errichteten Leitplanken und Sicherheitszäune und die sechshundert Streckenposten lassen nur eine sehr eingeschränkte Mobilität zu, eine reibungslose An- und Abreise zum Rennen hat also oberste Priorität.

Unter den vielfältigen Möglichkeiten, die prickelnde Atmosphäre des mondänen Ortes mit dem höchsten Jetset-Flair, mit dem Heulen der Motoren, mit schönen Frauen und Männern mit Benzin im Blut und mit zahlreichen Prominenten aus aller Welt hautnah zu spüren, haben wir die attraktivsten für Sie zusammengestellt.

 Private Terrassen
Aus der Vogelperspektive hat man natürlich einen der besten Ausblicke auf die Rennstrecke, auch der ohrenbetäubende Motorenlärm ist hier deutlich erträglicher. Aus diesem Grund vermieten zahlreiche Monegassen ihre Wohnungen für das Renngeschehen. Da Monte Carlo einer der teuersten Immobilienplätze der Welt ist – im „goldenen Viereck“ rund um das Spielcasino liegen die Quadratmeterpreise für Luxuswohnungen zwischen 12.000,– und 15.500,– Euro –, bringt so eine Wohnung – tagsüber – für das Formel-1-Wochenende, ein großer Balkon oder eine Terrasse vorausgesetzt, schon einmal bis zu 50.000,– Euro Miete. Hier können dann bis zu fünfzig Rennsportbegeisterte den Grand Prix in privater Atmosphäre verfolgen. Der Mainzer Event- und Incentive-Reiseveranstalter Poppe Reisen GmbH hat solche privaten Terrassenplätze im Angebot. Sie befinden sich in diesem Jahr im Caravelles im letzten Drittel der Start- und Zielgeraden in der 14. Etage. Von hier hat man einen ausgezeichneten Blick auf Start und Ziel, die Auffahrt zum Casino, die Tunnelausfahrt, die Schikane an der Tribüne E und den gesamten Hafen. Im Preis inklusive sind an beiden Tagen ein vorzügliches Mittagessen, Snacks, Kaffee und Kuchen sowie Wein, Bier und alkoholfreie Getränke. Die Karten kosten 2.361,– Euro für das Wochenende pro Person. Poppe & Co bietet aber auch Pauschalarrangements für das gesamte Formel-1-Wochenende inklusive Hotelübernachtung im neu eröffneten 5-Sterne-Hôtel Palais Méditerranée in Nizza an, Transfer nach Monaco zum Rennen wahlweise per Bahn oder Helikopter.

Weitere Informationen:
Poppe Reisen GmbH & Co. KG
Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 14
55130 Mainz
Internet: http://www.poppe-reisen.de/

 

Restaurantterrassen
Von den zahlreichen Restaurant- und Hotelterrassen kann man das Rennen ebenfalls hautnah erleben. Da man spätestens nach dem ersten Boxenstopp eigentlich nicht mehr weiß, wer nun in Führung ist und wie der Rennverlauf ausschaut, sind fast überall zusätzlich TV-Geräte aufgestellt oder werden zum Beispiel auf der Terrasse des Hôtel de Paris ständig mehrsprachige Durchsagen zum Stand des Rennens gemacht. Durch die obligatorischen Ohrstöpsel, die man in Monaco wirklich zwingend benötigt, wird das Verfolgen des Rennens nicht unbedingt erleichtert, aber man ist absolut nah am Geschehen, die Boliden jagen fast zum Greifen nah an den Zuschauern vorbei. Bekommt man bei den Restaurants am Boulevard Albert 1er wie Chez Bacco (1.091,– Euro für das Wochenende, www.grandprix-tickets.com) oder dem Restaurant Venezia (853,– Euro für das Wochenende, www.event-tickets.de) mit etwas Glück noch Karten, so benötigt man beim Nobelitaliener Rampoldi, dem Lieblingsrestaurant von Boris Becker (3, avenue des Spélugues, Telefon: +377 93 30 70 65) nur Plätze über erstklassige Beziehungen.

Das Café de Paris liegt direkt neben dem Casino und ist ein idealer Platz, um zu sehen und gesehen zu werden. Hier treffen sich nicht nur zum Formel-1-Rennen Stars und Sternchen. Der Korso der Luxuskarossen vor und nach dem Rennen bei der Vorfahrt zum Hôtel de Paris und rund um den Casinoplatz bietet zusätzlich filmreife Szenen. Von der Dachterrasse des Café de Paris hat man einen guten Blick über den gesamten Casinoplatz und seitlich sogar bis zur Avenue des Spélugues hinunter, die zu den berüchtigten Loews-Kurven führt. Die Agentur Event-Tickets in Filderstadt bietet eine Kombination an mit einer Beobachtung des Qualifyings am Samstag im Café de Paris und einer Rennbeobachtung am Sonntag im Hôtel de Paris, dem besten Hotel Monte Carlos. Direkt gegenüber dem Casino gelegen, hat man hier eine gute Aussicht auf die Rennstrecke mit der Auffahrt zum Casino, einem der schnellsten Streckenabschnitte des Circuits.  Auf der Terrasse des Hôtel de Paris verfolgen zahlreiche Prominente das Rennen. Im Preis inklusive sind ein Mittagsbuffet und Tischwein im Café de Paris am Samstag und ebenfalls ein Mittagessen am Sonntag im Hôtel de Paris in einem privaten Salon oder auf der Gartenterrasse des Hotels. Der Preis beträgt pro Person 1 775,– Euro.

Event-Tickets, www.formeleins-karten.de. Tribünenplatzkarten bekommt man je nach Lage der Tribüne für das Wochenende von 160,– Euro bis zu 880,– Euro bei http://www.grandprix-tickets.com 

Tagesflug im Privatjet
Ein ganz exklusives Angebot bietet die Event- Agentur von Monika Hack aus Koblenz. Mit sechs oder acht Personen fliegt man von Speyer nach Nizza mit einem Privatflugzeug Citation Jet C525. Zum Grand Prix nimmt man auf einer kleinen Privattribüne mit maximal 20 Personen Platz, die direkt in der St.-Devot-Kurve nach dem Start liegt. Ganztägig hat man Zugang zum Restaurant Venezia, mittags wird in gepflegtem Ambiente ein mediterranes Buffet serviert (Getränke müssen extra gezahlt werden). Nach dem Grand Prix erfolgt der Transfer nach Nizza und der Rück- flug nach Speyer. Gegen Aufpreis ist auch ein Abflug von Frankfurt oder Köln aus möglich. Das Arrangement kostet komplett für sechs Personen 11.900,– Euro, für acht Personen 13.900,– Euro.

Weitere Informationen: Events & Tickets
Monika Hack
Am Roten Hahn 21
56077 Koblenz
Internet:www.events-tickets.de

Hoteltipp
Alle Hotels, Restaurants und Diskotheken legen während des Grand Prix separate Preislisten auf, die größtenteils wirklich exorbitant sind. Wundern Sie sich also nicht über Melone mit Parmaschinken bei Rampoldi für 40,– Euro  oder für jeden Drink im berühmten Night-Club Jimmy’z, der während des Rennwochenendes schlanke 80,– Euro kostet, unabhängig ob Coke, Bier oder ein Glas Champagner! Die Hotels in Monaco lassen sich das Verkehrschaos versilbern, welches Gäste erleiden, die außerhalb von Monaco wohnen und am Sonntagmorgen mit einhunderttausend Leidensgenossen ins Fürstentum strömen. Die Lösung ist das zu den Small Luxury Hotels gehörende „Le Mas d’Artigny“.

Hoteltipp: Le Mas d’Artigny
Unser Geheimtipp zum Grand Prix: Das Hôtel Le Mas d’Artigny in Saint-Paul-de-Vence verfügt über einen Helikoptertransfer nach Monte Carlo.
Internet: http://www.hotel-mas-artigny-saint-paul.cote.azur.fr

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