HIGH LIFE Heft 2 | 2003
Geht nicht gibt's nicht
Mit diesem Lebensmotto wurde Willi Weber zu einem der erfolgreichsten Sportmanager. Mit dem fünfmaligen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher und seinem Bruder Ralf vermarktet er die Top-Stars im Autorennsport.
Ein Portrait von Thomas Klocke | Fotos: Klaus Lorke
Wir treffen Willi Weber an einem strahlenden Frühlingstag in seinem Stuttgarter Büro. Das elegante Besprechungszimmer ist dekoriert mit Helmen von Michael und Ralf Schumacher und mit Vitrinen, die eine Auswahl der insgesamt 350 Merchandising-Artikel der Brüder präsentieren. Und mit einem original Ferrari-Formel-1-Flitzer. Wie hat man den wohl in die zweite Etage bekommen? Unmöglich scheint hier nichts zu sein. Willi Weber begrüßt uns. Der Mann mit dem gepflegten 5-Tage-Bart als Markenzeichen strahlt in seinem schwarzen Versace-Anzug spontan die Aura des Erfolgsverwöhnten aus, verbunden mit aufrichtiger Verbindlichkeit, die die meisten Persönlichkeiten umgibt, die es aus eigener Kraft an die absolute Spitze geschafft haben. Man weiß wo man steht, muss es nicht ständig betonen.
Weber vereint in seiner Person scheinbar viele Gegensätze, trotz Big Business und Formel-1-Zirkus worldwide ist er ein Familienmensch, er ist seit 39 Jahren mit Heidemarie, 57, verheiratet und spricht gerne über seine Enkel. Weber liebt Jeans (immer gebügelt) ebenso wie die feinsten Maßanzüge. Wilhelm Friedrich Weber ist die Verkörperung des Selfmademans. Geboren am 11. März 1942 in Regensburg als Sohn eines Bankkaufmanns (der Umgang mit Zahlen wurde ihm sozusagen in die Wiege gelegt), absolviert er nach der Realschule eine Lehre als Hotelkaufmann. Doch seine Passion sind Autos, möglichst schnelle dazu.
Er startet sein Unternehmertum mit einem Gebrauchtwagenhandel, hat mit 24 angeblich die erste Million verdient, verleiht sein Geld jedoch an einen Pleitegeier und verliert alles wieder. Also kompletter Neuanfang. Geht nicht, gibt's nicht. In der Gastronomie betreibt Weber bald 30 Gaststätten und drei Hotels. Er hat sich wieder nach oben gekämpft; 1983 erfolgt mit Klaus Trella die Gründung des eigenen Formel-3-Rennstalls WTS (Weber-Team-Stuttgart). Anfangs mit mäßigem Erfolg, setzt man 1988 mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit Joachim Winkelhock Akzente und gehört zu den Großen der deutschen Motorsportszene.
Dann folgt 1988 die Begegnung mit Michael Schumacher. Vor einem Formel-3-Rennen auf dem Salzburgring fährt die Formel Ford. Ein Fahrer fällt Weber sofort auf: "Ich habe vorher noch nie einen Fahrer gesehen, der selbst bei den damaligen Regenbedingungen sein Fahrzeug permanent am Limit bewegte und in jeder Runde die gleichen perfekten Drifts hinlegte. Es gibt viele Rennfahrer, denen gelingt mal eine sensationelle Runde, aber meist auch nur einmal." Weber bietet dem 19-Jährigen Testfahrten in seinem Formel-3-Wagen an und schätzt spontan die Offenheit, Geradlinigkeit und den Ehrgeiz seiner Neuentdeckung. [...]
Das vollständige Portrait über Willi Weber in der HIGH LIFE Ausgabe Heft 2.
Die aktuelle HIGH LIFE Ausgabe 1/2003, Heft 2, erhalten Sie in unserem Online-Shop, einfach auswählen und bestellen, oder genießen Sie HIGH LIFE dreimal im Jahr im kostengünstigen Abonnement frei Haus.












