Das goldene Dutzend
FERRAN ADRIÁ
Während Jean-George Vongerichten im Grunde klassisch kocht und nur individuell interpretiert, ist der nächste große Künstler im Goldenen Dutzend, der Katalane Ferran Adriá, im „El Bulli“ auf völlig neuen Wegen.
Es ist eine nie dagewesene Dimension, diese Molekularküche mit aufgeschäumten Gerichten und mit Stickstoff zum Dampfen gebrachten Speisen. Witzigmann kommentierte einmal schmunzelnd, dass da wohl immer ein Physiker mit am Tisch sitzen sollte. So schräg der Spanier auch zubereitet, Respekt und Bewunderung hat er sich überall verdient. Auch bei denen, die mit Bitterschokolade zum Fisch oder Zitroneneis zum Hummer wenig anfangen können. „Erst den Kopf der Garnele essen“, sagt der Kellner, „dann den Schwanz vom Röhrchen streifen und zum Schluss den Saft aus der Pipette in den Mund spritzen.“ Pipette. Auf dem Teller liegt keine Garnele, sondern eine Pipette mit Flüssigkeit, auf der ein Krebskopf steckt. Er ist karamellisiert und schmeckt süßlich. Gäste müssen sich halt vorher entscheiden, ob sie darauf Appetit haben. Heute gibt es Öl von Ferran Adriá, Partyservice und Bücher. Für eine spanische Hotelgruppe entwickelt er Restaurants und El Bulli bietet jetzt auch ein Hotel.




















