Die Kunst der handwerklichen Schuhmacherei
DIE LEGENDE
John Lobb
Hier lebt die Legende. London, Westend, St. James’s Street Nummer 9. Wer eintritt, atmet Geschichte. Welche Berühmtheiten haben bei John Lobb das Maß ihrer Füße nehmen lassen! George Bernard Shaw, Andrew Carnegie, Harold Macmillan. Enrico Caruso bedankte sich mit einer Arie, während seine Schuhe eingepackt wurden. Edward, Prince of Wales, der spätere König Edward VII., machte John Lobb zum Hoflieferanten und damit berühmt.
Maharadschas und Politiker, Scheichs und Schauspieler trugen Lobbs Schuhe in die Welt hinaus. Heute schmückt sich die dunkle Edelholzfassade mit dreien der vier möglichen Ernennungsembleme zum Hoflieferanten. Sie zeigen an, dass John Lobb sowohl an Königin Elisabeth II. als auch an den Prinzgemahl Philipp, Duke of Edinburgh, und an Thronfolger Charles, den gegenwärtigen Prinzen von Wales, liefert (das vierte Emblem, das der Königinmutter, ruht nach dem Tod von Queen Mom).
„Es gibt nur 900 Hoflieferanten im Königreich. Wir sind stolz darauf, einer von ihnen zu sein“, betont John Hunter Lobb, Chairman seit 1993. „Die Auszeichnung zeigt, dass wir einen ganz besonderen Standard an Handwerkskunst und exzellentem Service erreicht haben.“
John Hunter Lobb ist der Urenkel des Firmengründers. Aber auch die fünfte Familiengeneration, seine Söhne William und Jonathan, arbeitet bereits im Geschäft, garantiert dem Unternehmen, das sich bis heute im Alleinbesitz der Lobbs befindet, die Zukunft. (Es gibt eine zweite Linie John Lobb, vom Großvater des Chefs in Paris gegründet. Sie stellt Konfektionsschuhe her und gehört heute zu Hermés.)
John Lobb in London fertigt ausschließlich Maßschuhe. „Wir machen gerne auch das Besondere, wenn der Kunde klar beschreiben kann, was er sich vorstellt. Aber unser Hauptthema ist der klassische Stil und die vielen Variationen, die es innerhalb dieses Stils gibt.“ So atmen heutige Besucher von John Lobb nicht nur die Aura der Vergangenheit. Sie sehen die Tradition auch lebendig am Werk. Hier im Haus werden sie noch gefertigt, die klassischen Modelle, der Oxford, der Derby, plain oder als Full-, als Half-Brogue, der Monk, der Norwegian, die Slipper und Loafer, die Boots. Auch die klassische Abfolge der Maßschuhmacherei ist noch Schritt für Schritt besetzt. Es gibt den fitter, der Maß nimmt, den lastmaker, der von Hand die Massleisten fertigt, den clicker, der die acht Oberteile aus dem Leder schneidet, den closer, der die Teile zum Schaft näht, schließlich den maker, er näht mit einer ganz bestimmten Anzahl von Stichen Schaft, Rahmen (engl. welt) und Sohlen zusammen, und den polisher, er sorgt für den glanzvollen Endstand.
Die Arbeitstische stehen schon im Laden, setzten sich im Souterrain fort, dort findet man auch die fünf Meter hohen Regalreihen, auf denen die Leisten gelagert sind, zirka 15.000 Paare an der Zahl, alphabetisch geordnet nach den Namen der Kunden.
Internet: http://www.johnlobb.com/
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