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Fischers Fritz im Regent Berlin

BESTE ADRESSE für Fisch und Meeresfrüchte in Berlin

Christian Lohse, der Zauberer am Herd, der seit elf Jahren zwei Michelin-Sterne hält und damit zur absoluten Elite zählt, hat, das darf man ruhig sagen, angesichts unendlich vieler Offerten, wie TV-Gastspiele und Jurorentätigkeiten, nichts von seinem Küchen-Engagement verloren. Oft sind es nur Nuancen, kreative Kleinigkeiten, die ihn aus der breiten Garde guter Köche herausheben.

Der geröstete Seeteufel beispielsweise wird im Aroma enorm aufgewertet durch geschmorte Artischocken, Brunnenkresse sowie Coulis von roter Paprika. Die Terrine von der Gänseleber kombiniert er mit geräuchertem Havel-Aal und Pfefferkaramell, eine gewagte, aber gelungene Verbindung. Wie es sich für ein äußerst ungewöhliches Restaurant gehört, habe ich es in der letzten Phase vor meiner Kritik mehrfach besucht und meine eigene Bewertung, so wie ich die Küche ganz persönlich erlebt habe, gefunden.

Im Fischers Fritz probiert man natürlich erst einmal Fisch und Meeresfrüchte, was denn sonst? Ein herrlicher Einstieg ist das Carpaccio von Atlantik-Langostinos mit geschlagenem Sauerrahm und Saiblingskaviar, der Bretonische Hummer à la presse mit saisonalem Gemüse und Hummercorailjus oder ein Tatar vom Wolfsbarsch mit knusprigen Chipiron-Tintenfischen und Avocadomayonnaise. Auch die gedämpfte Meerforelle oder der auf Holzkohle gegrillte Eismeerkabeljau zaubern Gaumenfreuden ohne Grenzen. Und auch das Filet vom St. Pierre mit Rahmkopfsalat und Walnüssen, Nussbutter mit Brioche leicht gebunden, bekommt man nur hier. Hummer, so heißt es, sei der beste Koch. Hier trifft der Spruch zu. Der Bretonische Hummer vom Stahlgrill mit Salz, Chili und Koriander geröstet, bekommt wechselnde Beilagen, ist aber stets eine absolute Delikatesse.

Wer nun glaubt, alles auf der Karte habe ausschließlich mit Fisch und Früchten der Meere zu tun, liegt daneben. Beginnen wir mit Lohses Klassiker, dem knusprig gebackenen Onsen-Ei mit Gänsestopfleber und Brunnenkressecoulis Seine erste Begegnung mit dem japanischen „Onsen Tamago“, dem Heiße-Quellen-Ei, verdankt er einer Kollegin, die mit dem verlorenen Ei,  wundersam in der Schale gefangen, überzeugte. Wie in Pariser Feinschmecker-Tempeln sind Brust und Keule von der Bresse-Poularde mit herzhaften Pancetta und Jus von Spitzmorcheln kombiniert.

Bei Lohse ist es keinen Deut schlechter als bei Ducasse im Plaza Athenee. Höchst kreativ – auch das ist ein starkes Unterscheidungsmerkmal zu anderen durchaus erstklassigen Küchen – sind die Desserts, Petersilienwurzel-Pancake mit Ahornsirup und Süßholz zum Beispiel oder der frische Salat vom Koriandergrün und Heidelbeeren oder Fondant (weiche Zuckermasse) von Kokosmilch, geliertes Vanillemark und Eis von Kokosbutter.

Moderne Kochkunst muss nicht zwangsläufig avantgardistisch sein, sondern darf auch Anregungen aus weit zurückliegenden Traditionen erhalten. Christian Lohse machte mir das mit einer kleinen Köstlichkeit klar. Statt der üblichen Beurre blanc, der klassischen Buttersoße mit Zitrusaroma greift er zur Verjus-Soße. Verjus ist der saure Saft unreifer grüner Trauben, der im Mittelalter in der Küche als Säure genutzt wurde, bevor die Kreuzritter die Zitronen nach Europa brachten. Er bindet den wiederentdeckten Saft mit Süßrahmbutter und schafft eine brillante Aroma-Kombination. Von der Molekularküche, diesen oft abenteuerlichen Gerichten aus dem Chemiebaukasten, hält der bei Jean-Pierre Billoux in Dijon klassisch ausgebildete Lohse überhaupt  nichts. Wohl aber von eigenen Interpretationen der modernen französischen Küche. Ich genieße Lohses Aroma-Harmonien, aber ebenso den perfekten Service.

Die Weinkarte im Fischers Fritz wirkt wie eine gewaltige internationale Sammlung kleiner, mittlerer und großer Lagen. Rund 350 Abfüllungen aus allen wichtigen Wein-Ländern stehen auf der Karte. Auch diese wichtigen Elemente, wozu auch das elegante Ambiente und der Top-Service gehören, verdankt der Küchenkünstler dem Gesamtchef des Regent-Hotels, General Manager Stefan Athmann, der selber seine Leidenschaft für kultivierten Genuss pflegt. Das Restaurant wie das Hotel ist eine echte Empfehlung.

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag: 18.30 bis 22.30 Uhr

Fischers Fritz im Regent Berlin

Charlottenstraße 49
10117 Berlin


Telefon: 0 30 / 20 33 63 63
Telefax: 0 30 / 20 33 61 19

eMail: fischersfritz.berlin@regenthotels.com
Homepage: http://www.fischersfritz-berlin.de

 

Hotel Regent Berlin: www.regenthotels.com/regent-berlin
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