Spitzenküche zwischen Paris und Neapel
Schon der Weg in diesen Genusstempel im Herzen des 8. Arrondissements in Paris ist verführerisch, denn er führt durch den dazugehörigen Feinkostladen, in dem Delikatessen, süßes Gebäck und edle Weine um die Gunst des Besuchers wetteifern. Wer vor Ort genießen möchte, der wendet sich dem hinteren Teil des Gebäudes zu. Hier residierte einst Frankreichs „Koch des Jahrhunderts“ Joël Robuchon. Heute erwartet Gourmets auf drei Etagen das elegante Restaurant L’Attilio und ebenfalls eine fantastische Küche. Für sie zeichnet Eigentümer, Gastgeber und Küchenchef Attilio Marrazzo verantwortlich. Der in Neapel geborene Spitzenkoch übernahm 2024 das Restaurant, gab ihm seinen Namen. Aufgewachsen in der Küche seiner Mutter und inspiriert vom Erbe seines Onkels, Präsident der italienischen Köche-Vereinigung, entdeckte der Italiener früh seine Leidenschaft für hochwertige Produkte und deren Verarbeitung. Nach seiner Ausbildung bei Sergio Mei im Four Seasons in Mailand perfektionierte er seine Kochkunst u.a. als Schüler von Joël Robuchon, stand im Le Pavillon Elysée und mit Zwei-Sterne-Koch Éric Briffard (Hôtel Georges V) am Herd.
In seinem eigenen Restaurant verbindet er die großen Klassiker der französischen Küche – die er neu interpretiert – mit der Gastfreundschaft italienischer Trattorien. Auf jedem Teller verschmelzen raffinierte, französische Kochtechniken mit den kräftigen, sonnenverwöhnten Aromen Italiens. Attilio Marrazzo nimmt seine Gäste mit auf eine kulinarische Reise, bei der fünf bis sieben „Rastplätze“ besucht werden. Die Speisekarte schreibt er passend zum Wechsel der Jahreszeiten, wählt jede Zutat sorgfältig aus und legt größten Wert auf höchste Qualität, die Herkunft der Lebensmittel, perfektes Handwerk und eine kreative Optik. Jedes Gericht ist selbstverständlich hausgemacht und kommt ohne jegliche Convenience aus. Den Auftakt zu einem Menü machen vielleicht Lachsmedaillons mit knusprigen, würzigen Patatas bravas. Ein Gaumenschmaus: pochiertes Zander-Medaillon unter einem Rote-Bete-Veilchen-Bett mit Beurre blanc und Zitronengel. In den Ravioli alla Genovese verbergen sich süße Zwiebeln, geschmortes Rindfleisch und gereiftes Provolone-Fondue. Das Cordon bleu geht eine köstliche Liaison mit geräuchertem Scamorza, gerösteten Tomaten und reichhaltiger Jus ein. Wenn man sich noch von einer Kreation der Williamsbirne verführen lässt, ist das kulinarische Glück perfekt. Übrigens: Mitten im Loiretal, wenige Minuten von Angers entfernt, verkörpert das L’Attilio Briollay eine weitere kulinarische Vision von Attilio Marrazzo. Auch in seinem zweiten Restaurant lädt er zu einem besonderen Gourmet-Erlebnis ein.






