Ein Tiroler auf Sylt
E ine ruhige Seitengasse mit schönen alten Häusern – das ist die Boysenstraße im quirligen Westerland. Hinter den historischen Backsteinmauern der Nummer 18 ist seit März dieses Jahres neues Leben eingezogen: Clemens Reich eröffnete dort sein Restaurant Reichlich Zollhaus.
Der Tiroler feiert bereits seit 2022 mit seinem Restaurant Reichlich in Hamburg-Harvestehude große Erfolge. „Meine Eltern führten eine Berghütte mit 100 Betten auf 2069 Meter. Schon als Junge lernte ich, ein Schnitzel zu soufflieren. Eigentlich wollte ich hinaus in die Welt – und genau dieser Weg hat mich letztlich in die Gastronomie geführt“, erzählt der 34-Jährige. Nach seiner Ausbildung zum Elektrotechniker verlässt er seine Heimat, macht Station in Innsbruck und findet schließlich in Hamburg sein Tor zur Welt. Dort sammelt Clemens Reich prägende Erfahrungen in renommierten Häusern wie der Brasserie Die Bank, dem Luxushotel The Fontenay in Hamburg sowie dem Castell Son Claret auf Mallorca. Parallel dazu wächst seine Leidenschaft für eigenständige gastronomische Konzepte auf dem Weg in die Selbstständigkeit stetig weiter. Nun also Sylt. „Die Insel und ich, das war vor vielen Jahren Liebe auf den ersten Blick.“ Über einen gemeinsamen Freund erfuhren sein Operations Manager Cyril Hauschild und er, dass es Veränderungen im Zollhaus geben würde. Daraufhin nahmen sie Kontakt mit dem Betreiber und dem Immobilieneigentümer auf. Es folgten viele gemeinsame Treffen, schöne Abende und inspirierende Gespräche – der Rest ist bekannt. Das Interieur erhielt ein stilvolles Facelifting, kulinarisch treffen Österreich und der hohe Norden aufeinander. „Alpenländische Spezialitäten, modern interpretiert mit einem Sylter Twist. Natürlich legen wir auf der Insel einen besonderen Fokus auf Fisch. Aber sonntags gibt es Schnitzel und auf Vorbestellung jederzeit ein Original Wiener Backhendl.“ Am Herd steht Patrick, ebenfalls Tiroler, an seiner Seite Florian, der seit vielen Jahren auf Sylt zu Hause ist und die Inselgastronomie bestens kennt. Komplettiert wird das Team von Srdjan und Michael. Gemeinsam verbindet die Mannschaft alpine Wurzeln mit norddeutscher Leichtigkeit.
Ein Blick auf die Speisekarte zeigt die Kreativität der jungen Gastgeber: Wurstsalat trifft auf Makrele mit selbst gesammelten Salzwiesenkräutern von der Insel, Wagyu-Tatar mit Nordseekrabben auf Wolfsbarsch und geschmorte Haxe vom Salzwiesenlamm. Natürlich dürfen auch klassische Marillenknödel nicht fehlen. Auch das Thema Wein spielt eine zentrale Rolle. Neben einer umfangreichen Weinkarte führt das Reichlich Zollhaus eigene Weine: Grünen Veltliner und Weißburgunder aus Niederösterreich, Zweigelt aus dem Burgenland sowie Rosé aus der Provence.






