Drei Küchen – ein Herd
Kevin Hornbergs ist jung, ehrgeizig und steckt voller Ideen, die er mit Leidenschaft am Herd umsetzt. Nach Lehr- und Wanderjahren, die den 28-Jährigen u.a. zu Sterneköchen wie Sascha Stemberg nach Velbert, aber auch nach Portugal, Thailand, in die Niederlande und zu Österreichs Spitzenköchin Lisl Wagner-Bacher führten, arbeitete er zuletzt als Souschef im aktuell als bestes Restaurant der Welt ausgezeichneten Cheval Blanc by Peter Knogl in Basel.
Nun ist Kevin Hornbergs nach einer beeindruckenden Reise durch die Sterneküchen der Welt in seine Heimatstadt Kevelaer am Niederrhein zurückgekehrt. 1992 haben seine Eltern Karl-Heinz und Michaela Hornbergs das Alt Derp – anno 1646 erstmals als Poststation erwähnt – übernommen und das traditionsreiche Haus mit einer qualitativ hochwertigen deutschen Küche zu einer der besten Adressen des berühmten Wallfahrtsortes gemacht. „Mein Vater ist Koch und Metzgermeister. Die Liebe zum Kochen wurde mir in die Wiege gelegt, dabei wollte ich eigentlich Biochemie studieren. Jetzt bin ich froh, dass ich mich anders entschieden habe. Es waren lehrreiche Jahre. Sascha Stemberg und Peter Knogl sind bis heute Mentoren von mir, aber ich bin glücklich, wieder zu Hause zu sein. Das Alt Derp ist mein Wohnzimmer“, erzählt Kevin Hornbergs.
Natürlich hat der kulinarische Globetrotter einen Koffer voller Pläne und Rezepte im Gepäck: „Unsere neue Speisekarte ist eine Symbiose aus alten Gerichten, wie sie schon zu Großmutters Zeiten gekocht wurden, Fine Dining mit einer Prise französischer Cuisine und dem sensationell guten Dry-Aging-Fleisch, für das mein Vater bekannt ist. Sozusagen drei Küchen, ein Herd. Aber das Wesentlichste ist guter Geschmack. Bei uns wird alles aus den besten Produkten selbst gemacht, jede
Soße, jedes Chutney. Soßen sind mir sehr wichtig. Der Gast bekommt sogar einen extra Löffel, um sie komplett zu genießen“, sagt der sympathische Juniorchef und verrät voller Freude seine Vorhaben: „Mein Bruder Michi studiert Architektur. Mit ihm bauen wir das Restaurant ein wenig um, aber der Charme unseres wunderschönen Hauses bleibt selbstverständlich erhalten. Außerdem planen wir ein Hotel. Inzwischen unterstützt uns meine Freundin Angela, sie ist Hotelfachfrau.“ Ein Blick auf die Speisekarte des Hauses macht Appetit. Auf Ceviche vom Saibling mit leichten Zitronenaromen zum Beispiel, auf einen klassischen Sauerbraten mit Knödel oder auf eine Dry-Aged-Beef-Chili-Cheese-Wurst, entwickelt von Metzgermeister Hornbergs.
Über die Frage, ob er von einem Michelin-Stern träumt, muss Kevin Hornbergs nicht lange nachdenken: „Später vielleicht. Träume motivieren, wichtig sind mir zufriedene Gäste, die das, was wir tun, zu schätzen wissen. Und es macht mich superfroh, dass unser Konzept von Einheimischen, Reisenden und Pilgern gleichermaßen gut angenommen wird.“






